25.09.2020 18:24

3 mit Sex«Leute! Ich habe mich in einen ‹Zuhälter› verliebt»

Amor hat Ella so heftig ins Hirn geballert, dass sie (halb) freiwillig auf Sex verzichtet – zumindest solange ihr Vibrator Batterien hat.

von
Ella, Zora Schaad, Julia Ullrich
1 / 4
Ella ist verliebt – und zwar ganz schön heftig. Alles super, wäre zwischen ihr und dem sexy Franzosen nicht eine kleine Sprachbarriere. 

Ella ist verliebt – und zwar ganz schön heftig. Alles super, wäre zwischen ihr und dem sexy Franzosen nicht eine kleine Sprachbarriere.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér
Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Ella ist verliebt – in einen sexy Franzosen.
  • Sex hatten die beiden allerdings noch keinen. Immer kam etwas dazwischen.
  • Auch die kleine Sprachbarriere, da Ellas Französisch ziemlich spärlich ist, macht die Sache nicht unbedingt leichter.

Leute, Leute, Leute! Ich bin verliebt. In den Franzosen, ihr erinnert euch? Er hat wunderschöne Augen und ist très charmant und sehr lustig auch, glaube ich jedenfalls. Leider verstehe ich ihn nicht so gut, mein Französisch ist unterirdisch, tiefer als die Katakomben in Paris, und sein Deutsch, nun ja.

Vor kurzem waren wir am See, lagen auf einer Decke, und dann sagte er, auf Französisch, «mmh, deine Füsse riechen nach Camembert!» Es war so schön, dieser Accent, sein Streicheln an meinen Zehen, dass ich wohlig gurrte und erst nach ein paar Sekunden dachte, mais comment? Habe ich das jetzt richtig verstanden? Und was, wenn sie wirklich nach Camembert riechen? Bei diesen Temperaturen nicht ganz auszuschliessen. Und selbst wenn, ist das dann yummy, Edelschimmel, oder bäh, Käse? Als der Franzose wegging, um uns Glaces zu holen, habe ich versucht, meinen Fuss an meine Nase zu halten. Stellt euch das bitte vor, Minirock-Ella zwischen Yogabräuten und Slacklinehirschen in der Fuss-Nasen-Verrenkung, sodass jeder meinen Slip sehen konnte. Schwarze Spitze, genau.

«Ich lachte über all seine Aussagen, verstanden habe ich sie aber nicht»

Weil ich hatte ja noch was vor mit dem Franzosen. Sex, genau. Ist noch nie vorgekommen bei uns, stellt euch vor. Der Franzose und ich haben uns zwar schon nackt gesehen, Schulter bis zum Bauchnabel jedenfalls. Aber immer bevor wir richtig zur Sache gehen wollten, kam was dazwischen. Meistens ein sprachliches Missverständnis.

Zum Beispiel vorletzte Woche. Wir waren in einem hübschen Restaurant essen, ich extra mit französischem Etuikleid und Rouge auf den Wangen und Brombeer-Lippenstift, so unwiderstehlich fand ich mich selbst, dass ich noch kurz mit meinem Lieblingsvibrator unter der Decke verschwand, bevor ich losradelte. Ein bisschen zu spät und mit verräterisch glänzenden Augen kam ich im Restaurant an, der Franzose wartete schon, Dreitage-Bart, weisses Hemd, sandfarbene Chinos und ein leichter Duft nach Marseille-Seife.

An diesem Abend verliebte ich mich, so sehr, dass es jeder sehen, fühlen, hören konnte: Ich lachte über alle seine Aussagen (verstanden habe ich sie nicht, aber tant pis), legte den Kopf schief, klimperte mit den Wimpern, streckte meine Brüste hervor, berührte ihn am Arm, jede Bachelor-Kandidatin ist ein dezentes Lüftchen gegenüber Ella-Crush-Tornado. Ich wollte sofort mit ihm zusammenziehen und für ihn Coq au Vin kochen, seine Unterhosen falten und seinen, also unseren, Kindern Bio-Brei füttern und sie in süsse Kleidchen französischer Labels packen. Aber zuerst musste ich diese Kinder mit ihm machen, am besten sofort, ich wollte mit ihm verschmelzen und – kotzt ihr schon?

«Kein Wunder kann er so gut mit Frauen, wenn er von Beruf Zuhälter ist»

Ich weiss, die verliebte Ella ist voll abturnend, super cringe, wie Lars findet. Also drum fast forward, denn zuerst kommt ja jetzt das, wonach ihr alle giert, nämlich Sex. Also käme. Der Franzose und ich haben in einer Altstadtgasse unsere Hände ineinandergleiten lassen, uns unter einer Kastanie geküsst, in einem ruhigen Park auf dem Bänkli rumgemacht. Alles nach Fahrplan. Ich sagte, dass wir nicht zu mir können, weil mein Mitbewohner Bruce gerade auf sein Corona-Resultat wartet und hinter geschlossener Tür sehr abstossend und sehr häufig schnäuzt oder den Rotz hochzieht und er so: «Zut! Zu mir wir können auch nisch, weil isch habe ein grand bordel à la maison.» Ja, Leute, ein Bordell. Ein grosses! Kein Wunder, kann er so gut mit Frauen, wenn er das beruflich macht, dieser Zuhälter!

Zu Hause hat Bruce mich dann ganz schön ausgelacht und durch meine Zimmertüre (god damn quarantine!) schreiend gesagt, dass «bordel» doch einfach Chaos hiesse, «wir sagen auf Schweizerdeutsch ja auch Puff, du Beeri!» Mon dieu, war das compliqué. Ich bin mittlerweile nicht mehr so sicher, ob das «bordel» der einzige Grund für des Franzosen Zurückhaltung ist. Vielleicht ist er impotent? Super-religiös? Schüchtern?

Wahrscheinlich hat mir Amor wirklich voll in den Kopf geschossen, denn plötzlich finde ich das «wahre Liebe wartet»-Ding voll romantisch, jedenfalls solange mein Vibi Batterien hat. Und nun, ihr sweeten Freunde und Spannerinnen, drückt mir die Daumen: Bruce ist wieder gesund und weg für ein Probewochenende. Lars ebenfalls ausgeflogen. Und wer ruft da an? Der Franzose, ob ich Zeit hätte. Hab ihn grad eingeladen, in zwei Stunden will er da sein. Ich mach Camembert-Brötchen und dann füsseln wir. Oder auch mehr, wer weiss. Von Wolke 7 und schon fast verheiratet: Eure Ella!

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.