«Jämmerliches Bild»: Leuteneggers Schirme sind schon beschädigt
Aktualisiert

«Jämmerliches Bild»Leuteneggers Schirme sind schon beschädigt

Nur einen Tag nach dem Aufstellen müssen fünf Sonnenschirme auf dem Zürcher Sechseläutenplatz bereits geflickt werden. Besucher wundern sich ohnehin über deren Konstruktion.

von
rom
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Der Stadtzürcher Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) hat am Freitag, 4. August 2017, medienwirksam den ersten Sonnenschirm auf dem Sechseläutenplatz geöffnet.

Der Stadtzürcher Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) hat am Freitag, 4. August 2017, medienwirksam den ersten Sonnenschirm auf dem Sechseläutenplatz geöffnet.

Keystone/Christian Merz
Eigentlich eine Supersache und ein Wunsch der Bevölkerung.

Eigentlich eine Supersache und ein Wunsch der Bevölkerung.

Keystone/Christian Merz
Allerdings: Schon am Tag danach sahen erste Schirme so aus...

Allerdings: Schon am Tag danach sahen erste Schirme so aus...

Leser-Reporter

Sie seien stabil, daher ideal für den Einsatz im öffentlichen Raum und würden Winden von bis zu 60 km/h standhalten. So pries Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) am Freitag vor den Medien die neuen Sonnenschirme an, die auf dem Sechseläutenplatz neu etwas Schatten spenden sollen.

«Die Idee ist super, nur leider sind diese Schirme ein Quatsch - ich hab mich am Samstag ziemlich aufgeregt», sagt eine Leser-Reporterin. Sie sei mit ihrem Sohn auf dem Platz gewesen und habe sich unter einen Schirm setzen wollen. «Mir fiel auf, dass mindestens fünf Schirme bereits beschädigt waren, das Ganze gab ein jämmerliches Bild ab.»

«Was ist, wenn wirklich ein Sturm kommt?»

Sie sei kein Profi, aber die Konstruktion der Schirme mit diesen Drähten erscheine ihr zu fragil. «Da braucht es offenbar nicht viel, und der Schirm ist bereit verbogen», sagt die Frau und fragt sich: «Was ist, wenn wirklich ein Sturm kommt? Ich sorge mich um die Sicherheit der Leute, die unter den Schirmen Schatten suchen.»

Ein anderer Leser-Reporter ärgert sich darüber, dass die Stadt und damit der Steuerzahler für die Schirme rund 40'000 Franken ausgegeben hat - zumindest bei einigen davon bereits für die Katz.

«Sehr starke Böen»

Von einem Fehlkauf will Leutenegger nichts wissen, wie er zu 20 Minuten sagt: «Es wurden zwar fünf Schirme beschädigt und diese müssen nun geflickt werden, aber der Grossteil hielt den doch sehr starken Böen am Samstagnachmittag stand.» Er sei am Wochenende mehrfach vor Ort gewesen und habe selber Hand angelegt und geholfen, Schirme zu schliessen.

Das Problem sei weniger die Konstruktion, sondern viel mehr der Sockel. «Wir haben diesen zwar verstärkt, doch wie sich nun zeigt, würde wohl eine bessere Verankerung Sinn machen - das klären wir ab», sagt Leutenegger und gibt zu bedenken: «Wir stehen noch am Anfang der zweimonatigen Testphase - die meisten Besucher haben Freude an den Schirmen und nehmen solche kleinen Anfangsschwierigkeiten mit Humor und Gelassenheit.»

Die Schirme werden jeweils am Morgen von städtischen Angestellten geöffnet - und am Abend oder bei schlechtem Wetter wieder geschlossen.

Sechseläutenplatz hat neu 20 Sonnenschirme

Für 40'000 Franken wurden am Freitagmorgen Sonnenschirme auf dem Sechseläutenplatz installiert. Die Testphase dauert bis Ende September.

Stadtrat Filippo Leutenegger öffnete den ersten Sonnenschirm. (Video: wed/tür)

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