Leuthard: «Ich bin überzeugt, ich kann das»
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Leuthard: «Ich bin überzeugt, ich kann das»

CVP-Präsidentin Doris Leuthard will Bundesrätin werden. In einer Pressekonferenz erklärte Leuthard, dass sie sich das Amt zutraue und warum ihr die Entscheidung zur Kandidatur trotzdem schwer gefallen ist.

Mit der Bekanntgabe ihrer Kandidatur für den CVP-Sitz im Bundesrat, macht die 43jährige Aargauerin Doris Leuthard dem kurzen Rätselraten nach dem Rücktritt von Josef Deiss ein schnelles Ende. Vor versammelten Medien erklärte die CVP-Präsidentin ihren Willen zur Kandidatur für das Amt des Bundesrates.

Leuthard erklärte in ihrer Rede, was sie zur Kandidatur bewogen hat:«Ich bin überzeugt, ich kann das». Trotzdem fiel ihr diser Schritt nicht leicht. Einerseits sei sie als Parteipräsidentin dem Wohl der CVP besonders verpflichtet. Doch, so Leuthard, «war das schwierigste war der Druck auf die Familie.» In einem Apell an die Medien erklärte sie, «dass die Presse ruhig auf mir herumhacken können». Auf ihre Familie, insbesondere auf ihre Eltern, solle man aber Rücksicht nehmen. Bei ihrem Entscheid für das Amt zu kandidieren habe ihr 81jähriger Vater geweint, erklärte Leuthard die Tatsache, wie sehr ihr Umfeld von ihrer Kandidatur betroffen ist. In der Berichterstattung bitte Sie deshalb darum, dass «sich die Medien auf meine Arbeit konzentrieren.»

Laut dem Politologen Andreas Ladner ist die Deissnachfolge damit bereits geregelt. Er kann sich nicht vorstellen, dass Leuthard von den anderen Parteien noch Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Und auch intern wird kaum jemand gegen die CVP-Präsidentin antreten.

Die Kantonalparteien haben bis Mitte Mai Zeit, mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für die Deiss-Nachfolge zu nennen. doch die meisten Kantonalen Gruppen haben sich darauf festgelegt, nur bei einem Verzicht von Leuthard einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu portieren.

Die politische Karriere von Doris Leuthard begann 1993, als sie zur Schulrätin des Bezirks Muri gewählt wurde. 1997 folgte die Wahl in den Grossen Rat des Kantons Aargau. Durch diese Tätigkeiten wurde sie rasch bekannt. 1999 kandidierte sie sowohl für den Nationalrat als auch für den Ständerat. Ihr Wahlkampf sorgte für Aufsehen, da der Parteisekretär der CVP Aargau Tausende von Duschmittel-Beuteln mit ihrem Porträt bedrucken und verteilen liess. Die Aargauer Zeitung kreierte die Schlagzeile „Duschen mit Doris", die zum inoffiziellen Wahlkampfslogan wurde. Zwar reichte es nicht ganz für die Wahl zur Ständerätin, doch Leuthard erreichte bei der Wahl in den Nationalrat eines der besten Ergebnisse des gesamten Kantons.

Im Jahr 2000 gab sie ihre Mandate als Schul- und Grossrätin auf und wurde Vizepräsidentin sowohl der Kantonalpartei als auch der CVP Schweiz. Im Nationalrat gehört sie der Kommission für Wirtschaft und Abgaben an. Nach dem Rücktritt von Philipp Stähelin leitete Doris Leuthard die Partei interimistisch während einigen Monaten. Am 18. September 2004 wurde sie schliesslich zur Parteipräsidentin der CVP gewählt.

Doris Leuthard wuchs als ältestes von vier Geschwistern auf. Ihr Vater war viele Jahre Gemeindeschreiber von Merenschwand und sass im Grossen Rat (Parlament) des Kantons Aargau. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit in Merenschwand und Muri besuchte sie die Kantonsschule in Wohlen. Sie studierte Rechtswissenschaft an der Universität Zürich und machte Studienaufenthalte in Paris und Calgary. 1991 erhielt sie das Rechtsanwaltspatent.

voi

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