Aktualisiert 13.02.2009 16:27

Muba-EröffnungLeuthard rechnet mit «längerer Durststrecke»

Bundesrätin Doris Leuthard hat sich bei der Eröffnung der muba 2009 in Basel gegen Protektionismus und für weltweite Arbeitsteilung ausgesprochen. Sie erwarte eine «längere Durststrecke»; man dürfe aber nicht schwarzmalen.

Messen als unverbindliche Kontaktbörsen seien gerade in von Vorsicht geprägten Krisenzeiten besonders wertvoll, sagte die Volkswirtschaftsministerin am Freitag. Sie gehe von einer längeren Durststrecke aus. Ein Teil der Bevölkerung spüre die «kalte Brise der Rezession» direkt; keinen Job und weniger Geld zu haben mache Angst.

Leuthard lobte vor Gästen aus Politik und Wirschaft die eigene Regierungspolitik, die den Binnenmarkt fördern, den Konsum stimulieren und den Export stützen wolle. Wenn die halbe Krise Psychologie sei, brauche es Vertrauen in die Zukunft. Messen wie die 93. muba trügen dazu bei, dass der Konsum nicht zusammenbricht.

Gemeinwohl durch freien Markt

Protektionistische Massnahmen hingegen schützten nicht, weil sie Wettbewerb verhinderten. Leuthard zitierte Adam Smiths altes Prinzip der internationalen Arbeitsteilung als «beste Förderung des Gemeinwohls». Wettbewerb sei zwar immer hart, aber der einzige Weg zu Erfolg, weil man sich auf die eigenen Stärken besinnen müsse.

Die Schweiz habe sich dem internationalen Wettbewerb immer gestellt, und dies erfolgreich. Jene 30 Länder, die auf steigende Rohstoff- und Nahrungspreise mit Protektionismus reagierten, hätten hingegen ihre Ziele verfehlt, da die Preise wieder gesunken seien.

Die Schweiz stehe noch vergleichsweise gut da, habe sie doch keine Immobilienkrise und keine Volks-Überschuldung. Sie sei überdies auch zu klein für Protektionismus: «Wir brauchen die Welt!», sagte Leuthard weiter. Keiner könne alles alleine; auch die aktuelle Krise könne man nicht alleine beheben.

In die Hände spucken

Fatalistisches Hoffen allein reiche indes nicht. Die Schweiz solle die Durststrecke für neue Entwicklungen und Weiterbildung nutzen. Neben Staats-Milliardenspritzen müsse auch die Wirtschaft Geld in die Hand nehmen. Zudem seien Reformen voranzutreiben; so könne man die Exportchancen von Schweizer Unternehmen verbessern.

Die Schweizer Volkswirtschaftsministerin rief am Ende auf zu einer nicht näher beschriebenen «neuen Weltwirtschaftsordnung». Die Schweiz solle «einen aktiven Beitrag leisten», ja als «Lokomotive» mitziehen: Der «Schweizer-Plan» sei «leistungsorientiert, qualitätsorientiert, nachhaltig und kundenfreundlich». (sda)

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