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ButterbergLeuthard will Milchbauern unter die Arme greifen

Bundesrätin Leuthard will die Bauern in der Milchkrise unterstützen. Die EVD-Vorsteherin sagte am Milchgipfel zu, innerhalb der Kredite eine Beteiligung an der Butterabräumaktion zu prüfen.

Bevor dem Bundesrat weitere Massnahmen unterbreitet werden, soll die

Bundesrätin Doris Leuthard hat sich vom Dienstag in Bern mit verschiedenen Parlamentariern, Vertretern des Bauernverbandes, Exponenten der Milchbranche sowie der Verarbeitungsindustrie zu einer Aussprache getroffen. Dabei wurde die Situation auf dem Milchmarkt analysiert und eine Auslegeordnung zum weiteren Vorgehen vorgenommen, wie das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) mitteilte.

Über die Ursachen der Probleme auf dem Milchmarkt seien sich die Anwesenden weitgehend einig gewesen. So habe die Wirtschaftskrise weltweit zu einer sinkenden Nachfrage nach Milchprodukten geführt. Dies löste seit Mitte vergangenen Jahres auch in der Schweiz einen Preisdruck aus und führte zu hohen Lagerbeständen an Milchpulver und Butter. Inzwischen zeichnet sich laut dem EVD dem internationalen Milchpulver- und Buttermarkt eine Erholung ab.

Bundesrat will helfen, den Butterberg abzubauen

Um die Probleme auf dem Milchmarkt weiter zu entschärfen, gehe es nun darum, die hohen Milchpulver- und Butterlager abzubauen. Bundesrätin Leuthard zeigte sich bereit, im Rahmen der bestehenden Kredite eine Beteiligung an einer Butterräumungsaktion zu prüfen. Dies aber nur wenn sich die Branche substanziell beteilige.

Im Weiteren gelte es, den Milchmarkt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und eine volle Transparenz herzustellen. Die EVD-Vorsteherin erwarte von der Branchenorganisation Milch bis spätestens Mitte Oktober Vorschläge dazu. Das Bundesamt für Landwirtschaft werde die Arbeiten begleiten.

Unterstützung der Branchenorganisation

An dem Treffen wurde Leuthard zudem die an der Kundgebung im luzernischen Sempach von Ende August verabschiedete Resolution mit dem Titel «Bauernaufstand Sempach» übergeben. Darin wird eine privatrechtliche Mengensteuerung durch die Produzenten gefordert, an die sich sämtliche Milchproduzenten zu halten hätten. Die Bundesrätin habe signalisiert, dass sie dem Bundesrat gesetzeskonforme Massnahmen, die das von der Branchenorganisation Milch anvisierte Marktmodell unterstützten, unterbreiten werde. Die Akteure seien sich einig, dass der Branchenorganisation Milch nun eine Chance eingeräumt werden soll, konkrete Beschlüsse zu fassen und entsprechende Konsenslösungen vorzuschlagen.

Die Branchenorganisation (BO) Milch war im vergangenen Juni von den Akteuren der Milchbranche gegründet worden. Sie soll eine Stabilisierung und verlässliche Regeln in den Milchmarkt bringen. Über Produzenten und Verarbeiter sind nach Angaben des Bauernverbands rund 95 Prozent der Schweizer Milchmenge in der neuen BO vereint. (dapd)

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