Bundesliga: Leverkusen bleibt Leader - Werder rückt vor
Aktualisiert

BundesligaLeverkusen bleibt Leader - Werder rückt vor

Bayern München hat am 13. Spieltag der Bundesliga bei Aufsteiger Borussia Mönchengladbach gepatzt. Dafür konnte sich Bayer Leverkusen an der Spitze halten. Im Sonntagsspiel kehrte Werder Bremen gegen Köln auf die Erfolgsstrasse zurück.

Die Konstanz der Bayer-Mannschaft verblüfft die Experten. Nur gerade 24 Jahre alt war das Ensemble, das am Samstag Schalke zum Spitzenspiel empfing - und sich knapp zwei Stunden später eines der grossen Rivalen um den vordersten Platz in der Tabelle (vorerst?) entledigte. Nach dem 2:1 beträgt Leverkusens Reserve auf Schalke bereits acht Punkte.

Tranquillo Barnetta trat bei den entscheidenden Leverkusener Szenen vor der Pause (für einmal) nicht unmittelbar in Erscheinung. Die Vorarbeit zu den Toren von Stefan Kiessling (30.) und Patrick Helmes (41.) leistete der Brasilianer Renato Augusto. Der im Sommer von Flamengo verpflichtete Ideengeber war mit 20 Jahren und 9 Monaten der jüngste Spieler in Bayers junger Startformation.

Anders als vor Wochenfrist, als Leverkusen in Karlsruhe eine 3:0-Führung verspielte, gingen die Punkte nach dem klaren Pausenvorsprung diesmal nicht mehr verloren. Bange Momente hatte der Leader in der Schlussphase gleichwohl nochmals zu überstehen. Nachdem Gonzalo Castro ausgeschlossen worden war (gelb-rot/67.) und Kevin Kuranyi zum 1:2 getroffen hatte, bestürmte Schalke verzweifelt das Bayer-Tor.

Der nun distanzierte Titelaspirant Schalke traf in der Nachspielzeit die Latte, aber nicht mehr ins Tor. Er verlor sechs Tage nach dem 1:2 gegen Bayern erneut ein Spitzenspiel und ist nun weiter von einer Top-Klassierung entfernt, als es seinem Selbstverständis entspricht. Vor dem Spiel hatte Schalkes Trainer Fred Rutten gefordert, man müsse nicht nur ein gutes Spiel zeigen wie zuletzt gegen Bayern, sondern es müsse auch das Resultat stimmen. In Leverkusen gab er nach der Niederlage zu Protokoll: «Unsere Leistung in der ersten Halbzeit gehört absolut nicht zu Schalke. Ich war sehr enttäuscht.»

Bayern verspielt 2:0 in 137 Sekunden

Enttäuscht waren sie am Ende auch bei Bayern München nach dem 2:2 in Mönchengladbach. In der Blitztabelle um 15.58 Uhr stand der Meister auf Platz 1. Er führte zu diesem Zeitpunkt dank des Tores von Luca Toni 1:0, weil die Konkurrenz aus Leverkusen und Hoffenheim noch nicht auf die Siegesstrasse eingebogen war. Doch als die 13. Runde kurz nach 17.15 Uhr abgepfiffen wurde, lagen die Bayern wieder im 3. Rang - drei Punkte hinter dem Spitzenduo. Sie hatten in der Schlussphase zum dritten Mal in dieser Saison einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt. Was zuvor schon dem Hamburger SV und dem VfL Bochum gelungen war, schaffte nun auch Aufsteiger Borussia Mönchengladbach.

Der Kanadier Rob Friend (79.) und der Amerikaner Michael Bradley (80.) glichen innerhalb von 137 Sekunden mit ihren Kopfbällen aus. Beim 2:2 schlug der Argentinien-Israeli Roberto Damian Colautti, ein Stürmer mit Vergangenheit in der Schweizer Liga (FC Lugano), die perfekte Flanke auf Bradley, nachdem er sich zuvor gegen Demichelis und Lell durchgesetzt hatte. So entglitt den Bayern ohne Not der sechste Sieg in Folge. Gut gespielt hatten sie im Borussia-Park zwar nicht, doch weil Gladbach nach der Pause bis zum 1:2 nicht ein einziges Mal auf das Tor der Bayern geschossen hatte, sprach Jürgen Klinsmann von einem «sehr ärgerlichen Ende.»

Bremen rückt vor

Werder Bremen hievte sich dank dem sonntäglichen 3:1 gegen Aufsteiger Köln aus dem Mittelmass in die erweiterte Spitzengruppe und schob sich an Schalke vorbei auf Platz 7. Wegbereiter zum erst fünften Saisonsieg war der überragende Diego, der in der 15. Minute den Foulpenalty zum 1:0 erzielte. Höhepunkt des Spiels war der sehenswerte Schuss von Hugo Almeida unter die Latte zum 3:1 (55.). Trotzdem machte am Ende im Weserstadion der Ausdruck «Arbeitssieg» die Runde. Trainer Thomas Schaaf nahm indes keine Wertung vor.

«Ob Arbeitssieg oder schön herausgespielt, ist egal. Wichtig ist, dass wir die Punkte geholt haben», sagte er. Er weiss, dass Siege zuletzt rar geworden waren. Der Erfolg gegen Köln war der zweite in den letzten zehn Pflichtspielen.

Kurztelegramme:

Werder Bremen - 1. FC Köln 3:1 (2:0)

Weserstadion. - 42 000 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 15. Diego (Foulpenalty) 1:0. 45. Naldo 2:0. 48. Novakovic 2:1. 55. Almeida 3:1.

Hertha Berlin - Hamburger SV 2:1 (0:1)

Olympiastadion. - 48 285 Zuschauer.

Tore: 12. Petric 0:1. 46. Cicero 1:1. 49. Domowtschiski 2:1.

Bemerkung: Hertha mit Lustenberger (ab 91.), ohne Von Bergen (Ersatz).

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 4:0 (3:0)

Signal-Iduna-Park. - 72 200 Zuschauer. Tore: 5. Subotic 1:0. 18. Hajnal 2:0. 27. Subotic 3:0. 69. Felipe Santana 4:0.

Bemerkung: Dortmund ohne Frei (ab 73.), Frankfurt ohne Spycher (verletzt).

Hoffenheim - Wolfsburg 3:2 (2:2)

Carl-Benz-Stadion, Mannheim. - 26 000 Zuschauer.

Tore: 23. Ibisevic 1:0. 28. Graffite 1:1. 38. Carlos Eduardo 2:1. 41. Dzeko 2:2. 69. Obasi 3:2.

Bemerkung: Wolfsburg mit Benaglio.

VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld 0:0

Gottlieb-Daimler-Stadion. - 52 000 Zuschauer.

Bemerkung: Stuttgart mit Magnin (bis 62.).

Bayer Leverkusen - Schalke 2:1 (2:0)

BayArena. - 19 200 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 30. Kiessling 1:0. 41. Helmes 2:0. 85. Kuranyi 2:1.

Bemerkungen: Leverkusen mit Barnetta, ohne Schwegler (verletzt). 67. Gelb-Rote Karte gegen Castro (Leverkusen) wegen wiederholten Foulspiels.

Energie Cottbus - Karlsruhe 1:0 (0:0)

Stadion der Freundschaft. - 12 627 Zuschauer.

Tor: 80. Jelic 1:0.

Borussia Mönchengladbach - Bayern München 2:2 (0:1)

Borussia-Park. - 54 067 Zuschauer.

Tore: 21. Toni 0:1. 65. Ribéry (Foulpenalty) 0:2. 79. Friend 1:2. 80. Bradley 2:2.

(si)

Deine Meinung