SP: Levrat will noch lange im Amt bleiben
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SPLevrat will noch lange im Amt bleiben

SP-Präsident Christian Levrat denkt trotz schlechter Wahlprognosen noch lange nicht an einen Rücktritt: Er möchte bis 2016 Parteipräsident bleiben. An der 1.-Mai-Feier rief er derweil zu einem politischen Wandel auf.

Bundesrats-Pläne hat Christian Levrat laut eigener Aussage nicht.

Bundesrats-Pläne hat Christian Levrat laut eigener Aussage nicht.

«Ich werde wahrscheinlich wieder als Präsident antreten», sagte SP-Präsident Christian Levrat in der «Samstagsrundschau» auf Radio DRS. Er sei bis im Oktober 2012 gewählt und plane, sich für weitere vier Jahre zur Verfügung zu stellen.

Gewählt wird der SP-Präsident jeweils von den Delegierten. Zuverlässigkeit und Kontinuität seien wichtig, begründete der Freiburger Nationalrat seine Absicht, für weitere vier Jahre als SP-Chef anzutreten. Er ist seit 2008 im Amt. Ambitionen auf das Bundesratsamt hege er nicht. «Es steht nicht auf meiner Agenda, Bundesrat zu werden», hielt er fest.

Rücktrit Calmy-Rey?

Zur Zukunft von SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hielt sich Levrat bedeckt. Er werde das Thema im Sommer mit ihr diskutieren. Für Levrat sind «beide Wege gangbar»: Entweder höre Calmy-Rey am Ende der Legislatur auf, oder sie bleibe noch im Amt.

Für ein Bleiben spreche etwa, dass zurzeit schwierige Verhandlungen mit der EU anstünden. Da sei das gute Netz Calmy-Reys sehr wertvoll.

Politik für alle

An der 1.-Mai-Feier in Brugg AG rief er zu einer politischen Wende aufgerufen. Es brauche eine Politik für alle statt für wenige, sagte er am Samstag an der 1.-Mai-Feier in Brugg AG. Der Schweiz gehe es zwar gut, doch nur eine Minderheit profitiere wirklich davon.

«Es ist unübersehbar, dass eine kleine wirtschaftliche Elite in ihren Glaspalästen die alleinigen Gewinner des freien Personenverkehrs und des wirtschaftlichen Wachstums sind», sagte Levrat laut Redetext. Er veröffentlichte zudem eine Videobotschaft auf der SP-Internetseite.

Die Bevölkerung dagegen bekomme einzig und allein die Nachteile zu spüren - im Beruf, bei den Mieten und im Verkehr, hielt der 40- Jährige fest. Diese Entwicklung sei gefährlich. Eine andere Politik sei möglich.

Er plädierte für eine Schweiz, in der sich die Politik nicht den Interessen einiger weniger unterordne und Bundesbern nicht von den Lobbyisten beherrscht werde. Eine Schweiz, die in der die Parteien ihre Wählerschaft vertreten würden und nicht ihre Geldgeber.

«Wahlen werden über Zukunft entscheiden»

Levrat bezeichnete die Wahlen im Herbst als entscheidend für die Zukunft des Landes. Das Volk werde wählen, ob es eine Schweiz des «engstirnigen, ultraliberalen Nationalismus, wie ihn die SVP und ihre bürgerlichen Nachahmer verfechten» wolle. Eine Schweiz der Privilegien, Verwaltungsräte und Lobbys.

Oder aber eine offenere, tolerantere Schweiz, die zusammen angestrebt werden müsse. Die SP werde sich im Wahljahr für anständige Löhne statt Boni, eine öffentliche Krankenkasse, erneuerbare Energien und erschwinglichen Wohnraum einsetzen.

(sda)

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