Levrat will SP-Präsident werden

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Levrat will SP-Präsident werden

Der Freiburger SP-Nationalrat und Gewerkschafter Christian Levrat bewirbt sich für die Nachfolge von Hans-Jürg Fehr als Präsident der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP).

Die Schweiz brauche wieder eine starke SP, und dafür wolle er kämpfen, begründete Levrat, Präsident der Gewerkschaft Kommunikation, seinen Entscheid in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

Die SP müsse ihre Leute wieder für ihre Ziele begeistern. Das Feuer sei verloren gegangen, und die Partei habe Mühe, ihre Basis zu mobilisieren. Die Kampagnen der Sozialdemokraten seien zu wenig schlagkräftig.

Auch sei die Partei kaum noch fähig, eigene Volksinitiativen zu lancieren. Das sei für eine linke Partei ein schwerer Nachteil, sagte Levrat.

Ausgleich innerhalb der Partei

Levrat verneinte, dass bei seiner Wahl der Gewerkschaftsflügel in der SP die Macht übernehmen werde. Er wolle vielmehr dafür sorgen, dass die verschiedenen Flügel besser zu Wort kämen. Werde er gewählt, gebe er sämtliche Gewerkschaftsmandate ab.

Um die verschiedenen Strömungen innerhalb der SP besser zu repräsentieren, schlägt Levrat vor, statt bisher zwei neu vier oder fünf Vizepräsidenten zu wählen. Wenn die SP den Mut zu einer offenen und sachlichen Auseinandersetzung in den eigenen Reihen habe, würden die verschiedenen Flügel und damit die ganze Partei gestärkt.

Die Schuld für die Wahlniederlage könne nicht alleine Hans-Jürg Fehr in die Schuhe geschoben werden, sagte Levrat weiter. Die Partei habe einen kollektiven Fehler gemacht und sei viel zu harmoniebedürftig gewesen. Dadurch habe man an Profil verloren.

Fehr trifft Levrat

Levrat wird zusammen mit der Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr als Kronfavorit für die Nachfolge des abtretenden Präsidenten Hans-Jürg Fehr gehandelt. Fehr hat sich bisher noch nicht entschieden, wie sie am Sonntag auf Anfrage sagte.

Sie werde sich am (morgigen) Montagnachmittag mit Levrat treffen. Mit ihm zusammen wolle sie versuchen, die für die Partei beste Lösung zu finden. Sie sei jedoch über Levrats Kandidatur erleichtert. Hätte dieser abgelehnt, wäre der Druck auf sie gross geworden.

Quelle: SDA/AP

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