Aktualisiert 13.05.2012 01:26

Pokal-FinaleLewandowski führt Dortmund zum Double

Ein ereignisreiches Pokalfinale endet zugunsten Borussia Dortmunds. Der Meister bezwingt Bayern München 5:2. Robert Lewandowski zeichnet sich als dreifacher Torschütze aus.

Borussia Dortmund hat erstmals das Double gewonnen. Der Meister schlug Bayern München in einem hochklassigen Cupfinal in Berlin 5:2. Die Entscheidung fiel kurz vor der Pause, als Dortmund mit zwei Toren innert vier Minuten 3:1 in Führung ging.

Der 12. Mai 2012 machte den totalen Dortmunder Siegeszug in Deutschland perfekt. Den zweiten Meistertitel in Folge veredelte der BVB mit dem ersten Cupsieg seit 23 Jahren. Dass der Rivale aus München dabei zum fünften Mal in Serie geschlagen und mit 5:2 die höchste Final-Niederlage beigefügt wurde, passte ins gelb-schwarze (Erfolgs-)Drehbuch.

Dortmunder Kurzpassspiel

Dass es in einem an sich ausgeglichenen Final ein derart glatter Sieg werden konnte, verdankte Dortmund den Schlussminuten der erste Halbzeit. In der 41. Minute gab es nach einem Foul von Jérôme Boateng an Kuba Balszczykowski Penalty. Abwehrchef Mats Hummels, ein früherer Münchner Junior, verwertete den Strafstoss mit etwas Glück, ehe Topskorer Robert Lewandowski in der 45. Minute einen weiteren zielstrebigen, der eher seltenen Borussia-Angriffe vor der Pause mit dem 3:1 abschloss. «Nach diesem Doppelschlag, wussten wir, dass wir sie wieder packen können», sagte Mittelfeldspieler Sebastian Kehl.

Nach der Pause hatte Dortmund mehr Platz, um sein teilweise unwiderstehliches Kurzpassspiel aufzuziehen. Bayerns Coach Jupp Heynckes nahm den defensiven Mittelfeldspieler Luiz Gustavo, der das frühe 0:1 (Kagawa/3.) verschuldet hatte, heraus, und brachte den offensiveren Thomas Müller ins Spiel. Schon nach 13 Minuten wurden die Hoffnungen der Bayern auf ein Comeback in diesem Final geknickt. Der Pole Lewandowski schloss eine sehenswerte Kombination über Shinji Kagawa und Kevin Grosskreutz mit seinem zweiten Treffer ab.

Katastrophales Defensivverhalten

Die Bayern hatten ihre besten Momente vor der Pause. Der Champions-League-Finalist kam durch einen Penalty von Arjen Robben zum Ausgleich (25.) und setzte in den Minuten danach die Dortmunder unter Druck. Allerdings verlor die Borussia auch in dieser Phase nie die Übersicht, und dies obwohl nach dem Münchner Ausgleich auch noch der Torhüter Roman Weidenfeller verletzt ausschied.

Die Übersicht verloren aber wiederholt die Bayern. Sie machten zu viele Fehler, vor allem in der Defensive. Captain Philipp Lahm sprach davon, seine Mannschaft hätte vor der Pause «klar dominiert.» Auch wenn am Ende der Sieg zu hoch ausfiel, stimmte aber eher die Einschätzung von Bayerns Coach Heynckes: «Wir dürfen uns nicht beklagen. Unser gesamtes Defensivverhalten war katastrophal. Man muss nüchtern feststellen, wir hatten den Sieg nicht verdient.»

Die «Vize-Bayern»

Gegen Dortmund können die Münchner offenbar nicht gewinnen. Und doch haben sie noch immer die Chance, die Saison mehr als zu retten. Wenn die Bayern am kommenden Samstag den Final der Champions League im eigenen Stadion gegen Chelsea gewinnen, sind die Fehltritte auf nationaler Ebene gegen Dortmund zumindest in München vergessen.

Allerdings ist neben dem grosse Coup auch ein anderes Szenario denkbar: Dass nämlich der Rekordmeister aus München in diesen Wochen zu den «Vize-Bayern» mutiert. Innerhalb der deutschen Grenzen hat die Pleite jetzt schon seltene Ausmasse angenommen. Erstmals seit den Saisons 1994/95 und 1995/96 blieb Bayern in den nationalen Wettbewerben zwei Jahre hintereinander ohne Titel. Auch damals musste man Dortmund (zumindest) in der Meisterschaft den Vortritt lassen. Es war die Phase, als Ottmar Hitzfeld die Borussia nicht nur an die Spitze Deutschlands sondern sogar auf den Thron der Champions League führte.

Borussia Dortmund - Bayern München 5:2 (3:1)

Olympiastadion, Berlin. - 74'794 Zuschauer (ausverkauft). - SR Gagelmann (De).

Tore: 3. Kagawa 1:0. 25. Robben (Foulpenalty) 1:1. 41. Hummels (Foulpenalty) 2:1. 45. Lewandowski 3:1. 58. Lewandowski 4:1. 75. Ribéry 4:2. 81. Lewandowski 5:2.

Borussia Dortmund: Weidenfeller (34. Langerak); Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer; Gündogan, Kehl; Blaszczykowski (84. Perisic), Kagawa (81. Sven Bender), Grosskreutz; Lewandowski.

Bayern München: Neuer; Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba (69. Contento); Schweinsteiger, Luiz Gustavo (46. Müller); Robben, Kroos, Ribéry; Gomez.

Bemerkungen: Dortmund ohne Owomoyela (verletzt). 68. Kopfball von Gomez an die Latte. Verwarnungen: 23. Weidenfeller (Foul). 51. Badstuber (Foul). 70. Schweinsteiger (Foul). 83. Hummels (Foul). (si)

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