Katar GP: Duell zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen?
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Alles zum GP am SonntagLewis Hamilton provoziert Katar mit Regenbogen-Helm und Aufschrift

Am Wochenende fährt die Formel 1 erstmals in Katar. Nicht nur der äusserst hitzige WM-Kampf zwischen Verstappen und Hamilton ist im Fokus. Auch die Menschenrechte sind es. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Lewis Hamilton überholt Max Verstappen beim GP von Brasilien.

SRF

Darum gehts

  • Die Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen spitzt sich zu.

  • Lewis Hamilton ist nach seinem Sieg in Brasilien wieder im Rennen um den WM-Titel.

  • Katar wird im Jahr 2022 die WM austragen und auch die Formel 1 besucht den Wüstenstaat.

Drei Rennen vor dem Saisonende in der Formel 1 liegt Herausforderer Max Verstappen nur 14 WM-Punkte vor Titelverteidiger Lewis Hamilton. Am Sonntag steht die Rennpremiere in Katar auf dem Programm (ab 15 Uhr live bei uns im Ticker).

Ist Lewis Hamilton nach seinem Brasilien-Sieg wieder im Vorteil?

Das vielleicht nicht, allerdings hat der Mercedes-Star wieder allen Grund zur Zuversicht auf WM-Titel Nummer acht. Letzten Sonntag in Brasilien sei sein härtestes Rennen gewesen, urteilte der 36-Jährige vor dem Hintergrund einer wahren Strafenserie. Es sei aber zugleich «definitiv eines der besten Wochenenden, wenn nicht sogar das beste Wochenende, das ich in meiner gesamten Karriere erlebt habe», gewesen. Hamilton begeisterte mit sensationellen Fahrten und scheint mehr als bereit für einen hochdramatischen Saisonendspurt.

Schlägt Max Verstappen mit dem Premierensieg in Katar zurück?

So wirklich kann das niemand sagen, denn keiner der Fahrer kennt den Kurs nördlich von Doha ausreichend. Einen klaren Favoriten scheint es nicht zu geben. Nur im Simulator konnte bislang getestet werden, am Freitag geht es erstmals auf die 5,38 Kilometer lange Strecke. Gefahren wird am Wochenende unter Flutlicht. Bislang hatte es auf dem Losail International Circuit seit 2004 nur Rennen um die Motorrad-WM gegeben. Weil aufgrund der Corona-Situation nicht in Australien gefahren werden konnte, sprang Katar recht kurzfristig ein.

Wie verbissen wird das Hass-Duell im Titel-Endspurt noch?

Klar ist, dass sich weder Mercedes noch Verstappens Red-Bull-Team vom Dauerrivalen etwas bieten lassen. Die Silberpfeile legten am Dienstag Protest gegen eine Entscheidung der Rennkommissare zugunsten von Verstappen in Brasilien ein. Nachträglich verlangt wurde eine Überprüfung des knallharten Zweikampfs beim Grand Prix am Sonntag, als Verstappen Hamilton neben die Strecke gedrängt hatte. Als Grund für den Einspruch nannte Mercedes das Auftauchen von neuem Beweismaterial. Die Rennkommissare fanden jedoch, dass das neue Material nicht genüge. Somit erhält der Niederländer keine Strafe aufgebrummt.

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Dieses Wochenende findet der GP in Katar statt.

Dieses Wochenende findet der GP in Katar statt.

imago images/Motorsport Images
Max Verstappen wirkt konzentriert. 

Max Verstappen wirkt konzentriert.

imago images/PanoramiC
Lewis Hamilton ist auch schon im Wüstenstaat angekommen. Und schützt sich vor der Hitze.

Lewis Hamilton ist auch schon im Wüstenstaat angekommen. Und schützt sich vor der Hitze.

imago images/PanoramiC

Bleibt es für die Formel 1 ein einmaliger Ausflug nach Katar?

Nein. Ein Vertrag über zehn Jahre wurde bereits unterzeichnet, dieser gilt allerdings erst ab 2023. Im kommenden Jahr reist der Tross nicht in den Wüstenstaat, weil dann dort die Fussball-WM stattfindet. Danach gehört der WM-Lauf allerdings fest in den Kalender. Die Rennstrecke in Katar wird wegen ihres technisch geprägten Mittelsektors einen hohen Antrieb erfordern und zu vielen Überholmanövern führen.

Wird das Thema Menschenrechte vor dem Grand Prix diskutiert?

Das wünscht sich zumindest Amnesty International und appellierte: «Die Fahrer und ihre Teams sollten bereit sein, im Vorfeld dieses Rennens auf die Menschenrechte in Katar aufmerksam zu machen.» Das Land steht seit Jahren aufgrund der Missachtung von Menschenrechten und der Ausbeutung von Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten international heftig in der Kritik. Einen Maulkorb für die Fahrer werde es nicht geben, alle dürften sich auch kritisch zu jeglichen Themen äussern, hiess es von den lokalen Veranstaltern.

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel hat Kritik derweil an der Austragung des Formel-1-Rennens im Wüstenstaat Katar vermieden. «Es ist mehr eine Frage für die ganze Formel 1 und nicht nur für mich als Einzelnen», sagte Vettel am Donnerstag. Lewis Hamilton sieht die Lage drastischer: «Sie machen hier Schritte nach vorne, das wird sich nicht über Nacht verbessern. Es gibt immer noch einen langen Weg zu gehen.» Im ersten Freien Training überraschte der Brite zudem mit einem Regenbogen-Helm samt Aufschrift: «Wir halten zusammen!» Eine Provokation! Für Menschen der LGBTQ+-Community ist die Lage in Katar dramatisch.

Bottas im Training am schnellsten

Vizeweltmeister Valtteri Bottas hat im Training die schnellste Runde gefahren. Der Finne steuerte seinen Mercedes am Freitag nördlich von Doha in 1:23,148 Minuten am schnellsten um den Kurs. Unter Flutlicht wurde Pierre Gasly im Alpha Tauri Zweiter. WM-Spitzenreiter Max Verstappen belegte in seinem Red Bull den dritten Rang und verdrängte Weltmeister Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil um 0,072 Sekunden. (dpa)

Wie reagiert Giovinazzi auf den Rausschmiss bei Alfa-Sauber?

Nach dem Grossen Preis von Sao Paulo machte Alfa Romeo öffentlich, dass Antonio Giovinazzi sein Cockpit bei Alfa-Sauber verliert. Der 22-jährige Guanyu Zhou erhält als erster Chinese einen F1-Platz und wird zweiter Pilot neben dem aktuellen Mercedes-Piloten Valtteri Bottas. Das machte den 28-jährigen Giovinazzi stocksauer. «Die Formel 1 ist Emotion, Talent, Autos, Risiko, Geschwindigkeit. Aber wenn das Geld regiert, ist sie rücksichtslos», schrieb der Italiener auf Twitter, spielte damit auf Zhous Mitgift von kolportierten 30 Millionen Franken an.

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(dpa/ape )

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