Zürich: Müssen Zürcher Polizisten in die LGBT-Nachhilfe?

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ZürichMüssen Zürcher Polizisten in die LGBT-Nachhilfe?

Die Kommission für Staat und Gemeinden (STGK) fordert regelmässige und obligatorische Lektionen für Beamte, Staatsanwälte und Gerichtsmitarbeitende. 

von
Daniel Krähenbühl
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In einem Postulat im Zürcher Kantonsrat wird gefordert, dass Polizisten im Umgang mit LGBT-feindlichen Aggressionen geschult werden.

In einem Postulat im Zürcher Kantonsrat wird gefordert, dass Polizisten im Umgang mit LGBT-feindlichen Aggressionen geschult werden.

20min/Marco Zangger
Auch weitere Mitarbeitende der Strafverfolgungsbehörden – also Staatsanwaltschaft, Gerichte oder Ombudsstellen – sollen die obligatorischen und regelmässigen Kurse besuchen müssen.

Auch weitere Mitarbeitende der Strafverfolgungsbehörden – also Staatsanwaltschaft, Gerichte oder Ombudsstellen – sollen die obligatorischen und regelmässigen Kurse besuchen müssen.

Tamedia/ Silas Zindel
In den Lektionen soll auf die Anliegen und besonderen Herausforderungen von LGBTI-Menschen sensibilisiert werden. 

In den Lektionen soll auf die Anliegen und besonderen Herausforderungen von LGBTI-Menschen sensibilisiert werden. 

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Zürcher Polizisten, Staatsanwälte und weitere Mitarbeitende der Strafverfolgungsbehörden sollen im Umgang mit LGBT-feindlichen Aggressionen geschult werden.

  • Die Kommission für Staat und Gemeinden fordert in einem Postulat vom Regierungsrat einen konkreten Massnahmenkatalog.

  • Der Regierungsrat und eine Minderheit in der Kommission beantragt die Abschreibung des Postulats.

Polizistinnen und Polizisten, Mitarbeitende bei der Staatsanwaltschaft, den Gerichten und Ombudsstellen: Sie alle sollen in Zukunft regelmässig in obligatorische LGBTI-Schulungen gehen müssen. Das zumindest fordert die Kommission für Staat und Gemeinden (STGK) im Zürcher Kantonsrat. In den Lektionen soll auf die Anliegen und besonderen Herausforderungen von LGBTI-Menschen sensibilisiert und der Umgang mit LGBT-feindlichen Aggressionen geschult werden. 

Noch vor einem Jahr beantragte der Regierungsrat das Postulat betreffend «Weiterbildungen für den Umgang mit LGBTI-feindlichen Aggressionen» als erledigt abzuschreiben: Dies, weil Polizeiangehörige in ihrer Ausbildung an der Zürcher Polizeischule bereits eine entsprechende Ausbildung erhielten. «In einer fest im Lehrplan verankerten Doppellektion wird auf Stereotypen und Schubladisierungen, Homosexualität und Polizei, Hate Crime und den einfühlsamen Umgang mit Betroffenen eingegangen», schrieb der Regierungsrat. Vermittelt würden die Lektionen von Polizistinnen und Polizisten von PinkCop Schweiz, dem Verein homosexueller Polizistinnen und Polizisten. 

Konkreter Massnahmenplan verlangt

Einer knappen Mehrheit in der Kommission für Staat und Gemeinden ist das allerdings zu wenig. Mit 8 zu 7 Stimmen beantragt die Kommission dem Kantonsrat, einen Ergänzungsbericht zum Postulat zu verlangen. Darin soll innert sechs Monaten ein konkreter Massnahmenplan erstellt werden, der eine höhere Verbindlichkeit bei der Umsetzung der Massnahmen bezwecken soll. Wie die Kommissionsmehrheit aus SP, GLP, Grünen und EVP schreibt, reichten die beiden Sensibilisierungslektionen in der Polizeiausbildung «bei weitem» nicht aus. Zudem müsste das Angebot auf weitere Mitarbeitende der Strafverfolgungsbehörden – also Staatsanwaltschaft, Gerichte oder Ombudsstellen – ausgeweitet werden.  

Die Kommissionsminderheit stellt keinen eigenen Antrag, befürwortet aber – wie der Regierungsrat – die Abschreibung des Postulats. Der Kantonsrat entscheidet am Montag zur Vorlage.

LGBTIQ: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

InterAction, Beratung und Information für intergeschlechtliche Menschen, Tel. 079 104 81 69

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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