LGBT – Aktivisten werden in Chur von Jugendlichen attackiert
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Chur GRLGBTIQ-Verein wird von Jugendlichen angefeindet

Am vergangenen Montag wurde der Verein Sozialwerk LGBT+ bei einer Aktion mehrmals von Jugendlichen angegriffen. Die Angriffe wurden als Hate Crime gemeldet.

von
Leo Butie
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Am Montag ging das Sozialwerk LGBT+ in Buchs SG und Chur GR auf die Strasse, um auf den «Coming Out Day» aufmerksam zu machen (Bild aufgenommen in Buchs SG). 

Am Montag ging das Sozialwerk LGBT+ in Buchs SG und Chur GR auf die Strasse, um auf den «Coming Out Day» aufmerksam zu machen (Bild aufgenommen in Buchs SG).

Instagram/sozialwerk.lgbtplus/
In der Bahnhofstrasse in Chur machte die Gruppe auf ihre Anliegen aufmerksam.

In der Bahnhofstrasse in Chur machte die Gruppe auf ihre Anliegen aufmerksam.

20min/Michael Scherrer
Mit einer Präsentationsbox wurden Informationen zur Verfügung gestellt. 

Mit einer Präsentationsbox wurden Informationen zur Verfügung gestellt.

Instagram/sozialwerk.lgbtplus/

Darum gehts

  • Eine Gruppe Aktivistinnen und Aktivisten machte am Montag in Buchs SG und Chur auf den Coming Out Day aufmerksam.

  • Sie stellten in den Strassen auch Informationen zum Coming Out Day zur Verfügung.

  • Gleich zweimal wurde die Gruppe von Jugendlichen in Chur angefeindet.

  • Auf eine Anzeige wurde verzichtet.

  • Die Anfeindungen wurden als Hate Crime gemeldet.

Am vergangenen Montag markierte das Sozialwerk LGBT+ an der Churer Bahnhofstrasse Präsenz. Anlass war der Coming Out Day, der jedes Jahr am 11. Oktober stattfindet. Fussgängerinnen und Fussgänger wurden darauf aufmerksam gemacht und in einer Präsentationsbox wurden Informationen zu Themen rund um LGBTIQ zur Verfügung gestellt. Auch in Buchs SG war der Verein vor Ort.

Just an diesem Tag kam es gegen die Gruppierung in Chur zu zwei homophoben Anfeindungen. Der erste Vorfall ereignete sich, als eine Gruppe Jugendlicher um die 14 Jahre sich der Box näherte und Fragen stellte. «Sie sind zu unserer Box gekommen und haben sich dort informiert. Sie schienen interessiert zu sein. Dann haben sie plötzlich angefangen, die Materialien herauszureissen, auf den Boden zu schmeissen und wegzurennen», sagt Vorstandsmitglied Björn Niggemann zur «Südostschweiz» (Bezahlartikel).

Der Vorfall wurde anschliessend der Kantonspolizei Graubünden gemeldet, welche die Jugendlichen anhalten konnte, mit denen man anschliessend ein Gespräch führte. «Nach einem klärenden Gespräch haben sich die Jugendlichen entschuldigt und das Thema war erledigt», so Niggemann.

Als Hate Crime gemeldet

Es blieb aber nicht beim einzigen Angriff an diesem Tag. Beim zweiten Vorfall waren ebenfalls Jugendliche involviert. Niggemann schätzt die Jugendlichen auf etwa 16 Jahre. «Sie haben uns verbal angegriffen. Sie haben Dinge wie ‹Du schwule Sau› gerufen», erzählt der Aktivist. Danach hätten die Jugendlichen die Flucht ergriffen. In beiden Fällen habe man auf eine Anzeige verzichtet. «Eine Anzeige hätte in diesen Fällen leider keinen Nutzen», sagt Niggemann zu 20 Minuten. Doch die Vorfälle wurden bei der Beratungsstelle LGBT+ Helpline als Hate Crime gemeldet.

Abgesehen von den beiden Vorfällen habe man mit der Aktion vom Samstag viele Menschen erreichen können. «Das Interesse ist sehr gross», meint Niggemann. Vor allem junge Frauen hätten Interesse gezeigt. «Aber es ist erschreckend, dass gerade junge männliche Erwachsene die Aktion gestört haben.» Es zeige, dass man nach wie vor Probleme in der Gesellschaft habe.

LGBTIQ: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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