Aktualisiert 08.07.2014 09:19

LG G3

LGs Flaggschiff ist ein wahres Pixelwunder

Mit dem G3 tritt LG den Kampf gegen die High-End-Boliden der Konkurrenz an. Das Gerät trumpft mit einer Laser-Kamera und hat eine QuadHD-Auflösung - einigen Apps ist das zu scharf.

von
tob

Mit dem G3 setzt der südkoreanische Hersteller LG einen neuen Display-Rekord: Der 5,5-Zoll-Bildschirm hat eine vierfache HD-Auflösung (1440 x 2560 Pixel) und verfügt über eine Pixeldichte von 538 Punkten pro Zoll. Kein anderes Smartphone kann da mithalten. Das Display wirkt extrem scharf und weist einen hervorragenden Kontrast auf. Auch das Lesen von längeren Texten ist sehr angenehm. Im direkten Vergleich mit anderen hochauflösenden Displays fällt es von blossem Auge aber schwer, einen Unterschied festzustellen.

Doch der Pixelrekord birgt auch Nachteile: Das G3 mag der Zeit zwar voraus sein, das Gerät verhält sich aber etwa so wie ein HDTV im Jahr 2000 - denn einigen Apps sind die vielen Pixel anscheinend zu viel. Apps wie «Angry Birds Go» oder auch Microsoft Office Mobile lassen sich bisher über den Play Store nicht installieren. Grund: Die Entwickler haben ihre Apps offenbar noch nicht auf die hohe Auflösung angepasst. Das ändert sich jedoch schnell: «Candy Crush Saga» ist seit kurzem bereits für QHD optimiert.

Akku lässt sich austauschen

Die vielen Bildpunkte drücken auch etwas auf die Akkulaufzeit und die Rechenleistung. Über die Aussagekraft von sogenannten Benchmark-Tests lässt sich zwar streiten, doch schneidet das G3 im Vergleich minim schlechter ab als Modelle von Sony (Z2), HTC (One m8) oder Samsung (S5). Dies trotz Snapdragon 801 Prozessor mit 2,5 GHz. Ein voller Akku versorgt das Gerät bei normaler Nutzung aber locker einen Tag mit Strom. Der Vorteil: Der Akku lässt sich austauschen. Für Gamer und Vieltelefonierer könnte ein Ersatz-Akku darum eine sinnvolle Investition sein.

Wetter als «Horoskop-Einzeiler»

Positiv aufgefallen sind die Tasten auf der Rückseite. Mit dem Zeigefinger lässt sich die Lautstärke regulieren oder das Handy in den Standby-Modus versetzen. Installiert ist Android 4.4, worüber Hersteller LG eine eigene Oberfläche gelegt hat. Ganz praktisch ist die sogenannte Splitscreen-Funktion, bei der sich zwei Apps den Bildschirm teilen. Eine Art persönlicher Assistent (Smart Notice) führt den Nutzer durch den Tag, erinnert ihn an verpasste Anrufe, schlägt vor, Apps zu löschen, die schon lange nicht mehr verwendet wurden, oder zeigt Infos zum Wetter an. Aufgrund der Formulierungen (z. B. einem wolkigen Nachmittag wird eine klare Nacht folgen) wirken die Wetter-Tipps wie «eine Mischung aus Glückskeks-Spruch, Horoskop-Einzeiler und buddhistischen Weisheiten», wie ein Tester resümierte. Wer das nicht amüsant findet, kann das Widget auch deaktivieren.

Blitzschnelle Laser-Kamera

Der verbaute Knipser verfügt über 13 Megapixel und wird von einem Laser-Autofokus unterstützt. Dabei werden Infrarot-Strahlen verwendet um scharf zu stellen. Im Bruchteil einer Sekunde misst das Gerät den Abstand zum Objekt. Das Ergebnis: Die Fotos wirken sehr scharf und sind gut ausgeleuchtet. Auch bei schlechteren Lichtverhältnissen konnte das LG G3 darum noch gute Ergebnisse erzielen.

Fazit: Das G3 ist ein High-End-Smartphone, das locker mit den anderen Top-Modellen mithalten kann. Punkto Auflösung ist LG der Konkurrenz gar voraus. Überraschend hochwertig wirkt die Rückseite, die aussieht wie gebürstetes Metall - aber aus Plastik ist. Wer gerne mit dem Smartphone Fotos knipst, spielt mit dem G3 in punkto Schärfe und Geschwindigkeit in der oberen Liga mit.

Das G3 ist ab sofort erhältlich und kostet 699 Franken (16 GB) respektive 749 Franken (32 GB).

Technische Daten

Display: 5,5 Zoll

Auflösung: 1440 x 2560 Pixel

Pixeldichte: 538 PPI

Prozessor: Quad-Core, 2,5 GHz

Speicher: 16/32 GB, erweiterbar

Arbeitsspeicher: 2 GB

Kamera: 13 MP, Laser Autofokus

Akku: 3000 mAh, austauschbar

Sprechzeit: Bis zu 1260 Minuten

Masse: 146 x 74 x 9,95 mm

Gewicht: 151 Gramm

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