Aktualisiert 17.03.2009 08:56

Fürstenbank

LGT Group verliert 1,3 Millionen Kundengelder

Bei der liechtensteinischen LGT Group ist 2008 der Gewinn um 36 Prozent auf 163 Millionen Franken zurückgegangen. Das von der deutschen Steueraffäre gezeichnete Vermögensverwaltungsinstitut der Fürstenfamilie verbucht einen Nettogeldabfluss von 1,3 Milliarden. Im Vorjahr waren der LGT Group noch 11 Milliarden zugeflossen.

Das Finanzinstitut habe aber auch 2008 starke Geldzuflüsse in den lokalen Banken in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Singapur verzeichnet, teilte die LGT Group am Dienstag mit.

Die Abflüsse seien hauptsächlich in der Sparte LGT Treuhand erfolgt. Wie am 10. März bekannt gegeben, zieht sich die LGT aus dem Treuhandgeschäft zurück. Die verwalteten Kundenvermögen reduzierten sich um 24,8 Mrd. Fr. auf 78 Mrd. Franken, grösstenteils wegen der schlechten Situation an den Aktienmärkten.

Tieferer Bruttoerfolg

Die Aktien- und Finanzkrise hinterlässt auch Spuren im operativen Geschäft. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gingen die Erträge um 13,7 Prozent auf 586,4 Mio Fr. zurück. Im Handelsgeschäft verdiente die LGT mit 79,2 Mio. Fr. 31,1 Prozent weniger.

Im Zinsgeschäft stieg der Erfolg hingegen um 45,6 Prozent auf 122,7 Mio. Fr. an. Unter dem Strich resultiert damit ein Bruttoerfolg von 788,3 Mio. Franken, der 10,3 Prozent tiefer liegt als 2007.

Solide Kapitalausstattung

Die LGT-Führung weist darauf hin, dass die Kapitalausstattung der Gruppe solide sei. Die Kernkapitalquote der LGT Gruppe liegt bei vergleichsweise hohen 16,5 Prozent. Im Vorjahr lag sie mit 17,8 Prozent allerdings höher.

Die LGT trägt gemäss Mitteilung vom Dienstag die jüngst bekanntgegebenen Massnahmen der Liechtensteiner Regierung zur internationalen Zusammenarbeit in Steuerfragen mit. Die LGT stand im vergangenen Jahr im Zentrum des Interesses, weil der deutsche Geheimdienst in Besitz von umfangreichen Kundendaten gelangte.

(sda)

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