Libanon: Mobilmachung nach Hariri-Mord
Aktualisiert

Libanon: Mobilmachung nach Hariri-Mord

Nach dem Mordanschlag auf den libanesischen Ex- Ministerpräsidenten Rafik Hariri ist die Armee in der Hauptstadt Beirut aufmarschiert. Trupps von Soldaten patrouillierten an grossen Strassenkreuzungen und vor den öffentlichen Gebäuden.

Die Armeeführung hatte bereits am Montag eine Generalmobilmachung angeordnet. Das öffentlichen Leben kam am Dienstag zum Erliegen. Schulen, Geschäfte, Banken und Behörden blieben geschlossen; die Stadt war wie ausgestorben.

Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Die Bestattung Hariris war für Mittwoch geplant. Die Fahndung nach dem Attentäter lief auf Hochtouren. Am Montagabend hatte die Polizei die Wohnung eines verdächtigen Palästinensers in Beirut durchsucht.

Der 22-Jährige war auf einem Bekennervideo zu sehen, das der arabische Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlt hatte. Darin bekannte sich eine bisher unbekannte radikalislamische Gruppierung zum Bombenanschlag.

Ausser Hariri wurden bei dem Anschlag neun weitere Menschen getötet und rund hundert verletzt. Der Anschlag am Montag in einem Wohnviertel Beiruts nahe der Mittelmeerküste wurde vermutlich mittels einer Autobombe verübt. Nach ersten Schätzungen des staatlichen Fernsehsenders Télé-Liban wurden dabei über 300 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt.

(sda)

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