Libero: Bus- und Trambillette werden teurer
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Libero: Bus- und Trambillette werden teurer

Die Kunden des Tarifverbunds Libero in den Regionen Bern und Solothurn müssen ab Dezember erneut tiefer in die Taschen greifen: Verschiedene Kategorien von Fahrausweisen werden um bis zu 12 Prozent teurer.

Den stärksten Preisaufschlag erfährt das Einzelbillet für 1 bis 2 Zonen: Es kostet ab dem Fahrplanwechsel von Mitte Dezember 3.60 Franken statt wie bisher 3.20 Franken, was einem Preisaufschlag von mehr als 12 Prozent entspricht. Mit dem Halbtaxabo wird die gleiche Fahrkarte um 20 Rappen teurer und kostet dann Fr. 2.60. Auch die Mehrfahrtenkarte der gleichen Zonen wird entsprechend teurer.

Teurer werden auch die Einzelfahrkarten für fünf Zonen (4.60 statt 4.10 Franken mit Halbtax/9.20 statt 8.20 Franken ohne Halbtax), sowie die Tageskarte für alle Zonen (36 statt 32 Franken).

Abbau der Abgeltungen

Über das gesamte Sortiment gesehen steigen die Preise um etwas weniger als 3 Prozent, wie Libero-Co-Geschäftsführer Daniel Hirt am Donnerstag auf Anfrage zu einer Mitteilung des Tarifverbunds sagte.

Libero begründet den Preisanstieg in der Mitteilung mit dem steigenden Kostendruck bei gleichzeitigem realem Abbau der Abgeltungen durch Bund und Kantone. «Moderate Tarifanpassungen» würden damit unumgänglich.

Bereits bei der Einführung des Libero-Tarifverbunds im Dezember 2004 hatte ein Teil der ÖV-Kunden im Libero-Gebiet Preiserhöhungen hinnehmen müssen. Durch die Umteilung von Gemeinden in andere Zonen stiegen die Preise der Abonemmente teils massiv, für Abos zwischen Münsingen und Bern etwa um mehr als 300 Franken.

Preisüberwacher prüft

Eine Intervention des Preisüberwachers gegen diese Preiserhöhungen blieb bisher folgenlos.

Man habe die Jahresrechnung des Verbunds über das Jahr 2005 abwarten wollen, sagte dazu Rudolf Lanz, der Sprecher von Preisüberwacher Rudolf Strahm. Diese habe man nun erhalten; man werde nun die eingeführten und die angekündigten Preiserhöhungen vor dem Hintergrund der Libero-Zahlen unter die Lupe nehmen.

Laut der Libero-Mitteilung wurde im vergangenen Geschäftsjahr das Ziel erreicht, die Einführung des Verbunds für die Kantone kostenneutral zu gestalten. Libero erzielte Einnahmen von 149,5 Mio. Franken und liegt damit laut Hirt leicht über dem dem Budget.

In den Einnahmen enthalten sind Vergünstigungsbeiträge der Kanton Bern und Solothurn von insgesamt 17,5 Mio. Franken. 49 Prozent des Umsatzes wurden im Abonnementsverkehr und 51 Prozent im Einzelreiseverkehr erzielt.

(sda)

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