Türkei schickt Söldner: Libyen – ein zweites Syrien vor Europas Toren?
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Türkei schickt SöldnerLibyen – ein zweites Syrien vor Europas Toren?

Der Bürgerkrieg in Libyen spitzt sich weiter zu. Jetzt will auch die Türkei mitmischen – und hat wohl syrische Söldner nach Tripolis ausgeflogen.

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gux
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Die Lage in Libyen ist explosiv (im Bild: eine Manpad-Rakete schlägt östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis ein).

Die Lage in Libyen ist explosiv (im Bild: eine Manpad-Rakete schlägt östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis ein).

Ismail Zetouni
Dabei konkurrieren die von den Uno anerkannte Einheitsregierung von Fayez Sarraj und der mächtige  ...

Dabei konkurrieren die von den Uno anerkannte Einheitsregierung von Fayez Sarraj und der mächtige ...

Wikipedia
General Khalifa Haftar um die Macht (im Bild: Gegnerinnen Haftars in Tripolis).

General Khalifa Haftar um die Macht (im Bild: Gegnerinnen Haftars in Tripolis).

Ismail Zitouny

Khalifa Haftar wolllte der neue Premierminister von Libyen und Nachfolger von Muamar al-Gaddafi werden. Doch Fayez Sarraj machte das Rennen, seine Regierung wurde von der Uno formell anerkannt. Das war 2016.

Drei Jahre später hat Haftar seinen Plan nicht aufgegeben. Seit Monaten belagert der Warlord die libysche Hauptstadt und blässt nun zum Marsch auf Tripolis, das er mit seiner «Libyschen Nationalen Armee» (LNA) stürzen will.

Mittlerweile droht sich dieser Bürgerkrieg zu einem Stellvertreterkrieg vor Europas Toren auszuwachsen – oder wie die NZZ schreibt, «zu einem zweiten Syrien in europas unmittelbarar Nachbarschaft».

Erdogan drückt im Parlament auf die Tube

Wo Russland, Frankreich, Saudiarabien und Ägypten den Warlord Haftar mit Söldnern unterstützen, stehen Italien, Katar und die Türkei zur Sarraj-Regierung. Die Türkei will jetzt sein Engagement verstärken. Präsident Erdogan hat angekündigt, auf Bitten der libyschen Regierung Truppen in das Bürgerkriegsland zu schicken.

Noch diese Woche will er sich dafür die Erlaubnis des Parlaments holen. In der Türkei trifft der Vorstoss zwar allgemein auf wenig Begeisterung, dennoch gilt die Zustimmung für so einen Einsatz als sicher, da die Regierungsallianz von Erdogans islamisch-konservativer AKP mit der nationalistischen MHP im Parlament eine Mehrheit hat.

Erdgasvorkommen im Mittelmeer

Der Hintergrund für das türkische Interesse ist der Zugang zum östlichen Mittelmeer und seinen Erdgasvorkommen. Deswegen hat Ankara mit Tripolis vor einigen Wochen zwei Abkommen unterzeichnet. Eines zur Festlegung einer gemeinsamen Seegrenze, sprich: eine Bescheinigung Sarrajs für türkische Hoheitsrechte auf See nahe der Griecheninsel Kreta, ein anderes über mögliche Militärhilfen.

Wie ernst es Erdogan mit seinem «militärischen Abenteuer» jenseits des Mittelmeeres (NZZ) ist, zeigte sich in den letzten Tagen: Die in Grossbritannien ansässige, bislang als zuverlässige Quelle geltende oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass mindestens 300 syrische Rebellen, die von der Türkei unterstützt werden, bereits in Tripolis angekommen seien.

Söldner mit syrischem Dialekt in Libyen

In den vergangenen Tagen hatte es mindestens fünf Sonderflüge der staatlichen libyschen Fluggesellschaft Libyan Airlines von Istanbul und Ankara in Richtung Tripolis gegeben, wie eine Auswertung von Daten der Internetseite Flightradar24 zeigte.

Dazu tauchten am Wochenende erste Videos im Netz auf, die südlich von Tripolis aufgenommen worden sein sollen. Darin sind Milizen zu sehen, die mit syrischem Dialekt sprechen und behaupten, sie hätten einen Stützpunkt von Haftars Truppen eingenommen. Die Videos konnten bislang nicht zweifelsfrei verifiziert werden.

Libyen-Konferenz in Berlin

Der Vormarsch von General Haftar auf Tripolis setzt den Westen unter Zugzwang. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte brachte die Einrichtung einer Flugverbotszone ins Spiel, der Uno-Sondergesandte für Libyen, Ghassan Salame, verurteilte die anhaltenden Luftangriffe im Westen des Bürgerkriegslandes.

Unter Uno-Schirmherrschaft soll im Januar in Berlin eine Libyen-Konferenz abgehalten werden.

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