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MachtkämpfeLibyen vertreibt bewaffnete Milizen

Die Führung in Libyen beschliesst, notfalls mit Gewalt alle Brigaden und bewaffnete Truppen aufzulösen, die nicht staatlich legitimiert. 11 Menschen und 40 Verletzte forderte die Aktion innerhalb eines Tages.

Sturm gegen «illegitime» Truppen: Demonstranten und der Regierung nahe stehenden Kämpfer feiern die Erstürmung des Hauptquartiers der Al-Sharia-Miliz.

Sturm gegen «illegitime» Truppen: Demonstranten und der Regierung nahe stehenden Kämpfer feiern die Erstürmung des Hauptquartiers der Al-Sharia-Miliz.

Nach der jüngsten Gewalt in Libyen haben die Behörden die Auflösung aller «illegitimen» Milizen beschlossen. «Alle Brigaden und bewaffneten Gruppen, die sich ausserhalb der staatlichen Autorität» befänden, würden aufgelöst, erklärte Parlamentspräsident Mohammed al-Megarjef am Samstag in Bengasi.

Zudem werde ein «Operationszentrum» in der ostlibyschen Stadt eingerichtet, das die Armee, die Sicherheitskräfte des Innenministeriums und die Brigaden von früheren Rebellen, die dem Verteidigungsministerium unterstehen, zusammenfassen solle.

11 Miliz-Mitgieder getötet

Hunderte wütende Libyer hatten in der Nacht zum Samstag mehrere bewaffnete Milizen von ihren Stützpunkten in Bengasi verjagt. Dabei wurden mindestens elf Menschen getötet und 40 weitere Menschen verletzt.

Demonstranten vertrieben auch die Gruppe Ansar al-Scharia, die für den Tod des US-Botschafters Chris Stevens verantwortlich gemacht wird. Aus Protest gegen einen in den USA produzierten islamfeindlichen Film hatten Angreifer am 11. September das US-Konsulat in Bengasi gestürmt.

Tagsüber hatten am Freitag bereits 30 000 Menschen friedlich protestiert. Ihr Zorn richtete sich vor allem dagegen, dass seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi in den vergangenen Monaten vielerorts Milizen das Sagen haben und es die Behörden versäumten, die Gruppen zu entwaffnen.

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