Wegen Machtmissbrauchs : Libyens Ex-Regierungschef wird angeklagt
Aktualisiert

Wegen Machtmissbrauchs Libyens Ex-Regierungschef wird angeklagt

Der frühere libysche Regierungschef muss sich vor Gericht verantworten. Er wird mit dem mysteriösen Mord an einem Rebellenführer in Verbindung gebracht.

Mustafa Abdel Dschalil wird im Zusammenhang mit dem Mord an einem Rebellenführer wegen Machtmissbrauchs angeklagt. (Bild: Keystone)

Mustafa Abdel Dschalil wird im Zusammenhang mit dem Mord an einem Rebellenführer wegen Machtmissbrauchs angeklagt. (Bild: Keystone)

Der frühere Chef des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdel Dschalil, ist im Zusammenhang mit dem Mord an einem Rebellenführer wegen Machtmissbrauchs angeklagt worden. Abdel Dschalil sei des Machtmissbrauchs und der «Unterhöhlung der nationalen Einheit» verdächtig.

Das sagte ein Vertreter der Militärstaatsanwaltschaft am Dienstagabend nach stundenlangem Verhör des Ex-Regierungschefs. Er sei gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt worden, dürfe das Land jedoch nicht verlassen. Im Februar solle er vor einem Militärgericht in Bengasi erscheinen.

Mysteriöser Mord an Ex-Militärchef

In dem Fall geht es um den Mord an dem früheren Militärchef der libyschen Rebellen, Abdel Fatah Junes, im Juli 2011. Junes war einstiger Innenminister der libyschen Regierung unter Muammar al-Gaddafi, bevor er im Januar 2011 zu den Rebellen überlief.

Ein halbes Jahr später wurde er unter bis heute ungeklärten Umständen von einer Gruppe bewaffneter Männer getötet, nachdem er zu einer Befragung von der Front einbestellt worden war. Angesichts der mysteriösen Umstände von Junes' Tod gab es Gerüchte, dass er von den Aufständischen selbst ermordet worden sein könnte. (sda)

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