Laxman: Licht und Schatten
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LaxmanLicht und Schatten

Wer sich die von einem Berliner Unternehmen entwickelte Brille aufsetzt und den mitgelieferten Multimediaplayer einschaltet, der soll den Alltagsstress vergessen. 20 Minuten Online gelang das nicht immer.

von
hst

Möchte man sich in der Arbeitszeit entspannen, kann man zum Beispiel 100 Franken investieren und in der Mittagspause in Richtung Massagestudio verschwinden. Er könnte aber auch einmalig knapp 750 Franken in die Hand nehmen und den Laxman bestellen. Dafür bekommt man einen Multimediaplayer und Brille, die durch Sounds und Bilder für Entspannung sorgen sollen.

Nach dem Auspacken werden die Hoffnungen auf eine Art iPod gleich enttäuscht, denn weder vom Design noch was den 1-Gigabyte-Speicher angeht, spielt das Gerät in der Liga bekannter MP3-Player. Muss es auch nicht, denn seine Vorzüge sollen darin liegen, dass der Laxman gemäss seinem Berliner Hersteller Neurotronics die «entspannende Wirkung, die der Blick in ein flackerndes Lagerfeuer auslöst», bieten soll. Dabei macht er sich laut Firmen-Webseite «die neurologischen Mechanismen zunutze, die hinter dieser Wirkung stehen und die unter dem Begriff Frequenz-Folge-Prinzip bekannt geworden sind.»

Sanftes Einschlummern klappt nicht

20 Minuten Online hat das Gerät einem Kurz-Test unterzogen und ein gemischtes Ergebnis erzielt. Wir begannen mit einer der vorinstallierten Sessions, welche das Einschlafen erleichtern soll. Nach einer Dreiviertelstunde, unserer normalerweise benötigten Zeit plus 15 Minuten, brachen wir ab, denn der Laxman scheint hier keinerlei Wirkung auf den wach gebliebenen Tester gehabt zu haben. Die Geräusche und Lichtsignale wurden eher als störend empfunden. Dies war auch unser Haupteindruck bei zwei weiteren von uns ausprobierten Entspannungsprogrammen - wenngleich diese immerhin einen leichten, positiven Effekt auf unser gestresstes Gemüt hatten.

Das Gerät soll auch Müde wieder munter machen und ihre Konzentrationsfähigkeit verbessern. Gelesen, getestet: Etwa 20 Minuten dauert das entsprechende Programm, welches in der Tat eine Art Erfrischung für die grauen Zellen zu sein scheint. Hier wird die Kombination aus Licht und Sound als durchaus angenehm empfunden. Wer aber alle Sounds als belastend wahrnimmt, der kann natürlich auch eigene auf den Player laden. Inwieweit diese dann allerdings das Therapiekonzept gefährden, wurde uns nicht klar.

Fazit

Zunächst von uns wegen seines ungelenken Designs und des vermeintlich esoterischen Ansatzes belächelt, kann der Laxman durchaus nützlich sein. Praktisch: Er lässt sich gut an die Wünsche des Nutzers anpassen - beispielsweise was Farben und Frequenzen angeht. Gestresste Angestellte sollten aber bedenken, dass er seine Wirkung am besten im Einzelbüro entfaltet, denn ansonsten könnten Kollegen sich aufgrund des merkwürdig Bebrillten am Nachbartisch wahrscheinlich ein entspanntes Lachen nicht verkneifen.

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