In Samedan konnte ein spezielles Wetterphänomen beobachtet werden
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Wetterphänomen im EngadinWas sind das für gespenstische Lichter am Himmel?

In der Nacht auf Mittwoch konnte man im Engadin ein spezielles Wetterphänomen beobachten. Ein Experte erklärt, wie es dazu kommen kann.

von
Leo Butie
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Einwohner Samedans konnten am frühen Mittwochmorgen ein spezielles Wetterphänomen beobachten. Gemäss einem Experten handelt es sich um sogenannte Lichtsäulen.

Einwohner Samedans konnten am frühen Mittwochmorgen ein spezielles Wetterphänomen beobachten. Gemäss einem Experten handelt es sich um sogenannte Lichtsäulen.

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«So etwas habe ich noch nie gesehen», sagt eine Anwohnerin zu 20 Minuten.

«So etwas habe ich noch nie gesehen», sagt eine Anwohnerin zu 20 Minuten.

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Gemäss Meteorologe Roger Perret von Meteonews handelt es sich um sogenannte Lichtsäulen.

Gemäss Meteorologe Roger Perret von Meteonews handelt es sich um sogenannte Lichtsäulen.

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Darum gehts

  • Ein nächtliches Wetterphänomen sorgte in der Nacht auf Mittwoch für Staunen.

  • Mehrere Engadiner beobachteten Lichtsäulen am Himmel.

  • Ein Experte erklärt, wie es dazu kommen kann.

  • Besondere Wetterbedingungen müssen vorherrschen, damit es zu den Lichtsäulen kommt.

Gleich mehrere Einwohner und Einwohnerinnen aus Samedan GR wurden am Mittwochmorgen Zeugen eines ungewöhnlichen Wetterspektakels. Wie man in Bildern auf Social Media sieht, konnten gespenstisch aussehende Lichtsäulen beobachtet werden. «So etwas habe ich noch nie gesehen», sagt eine Anwohnerin zu 20 Minuten. Ungefähr um 06.30 Uhr habe sie das Phänomen beobachten können. Zudem lag das Thermometer am frühen Morgen weit unter null Grad. «Es ist im Moment schon sehr kalt», sagt sie.

Auch Madeleine Meier konnte das Spektakel am frühen Morgen beobachten. «Ich habe mich gefragt, was das da draussen ist», sagt Meier, die momentan Ferien in Samedan macht. Sie sei oft im Engadin, aber diese Lichtsäulen habe sie ebenfalls noch nie gesehen. Praktisch an jeder Strassenlaterne ragte eine solche Säule in den Himmel. «Es war sehr kalt und ruhig», so Meier zu den Verhältnissen in den Morgenstunden.

Für das Phänomen gibt es eine meteorologische Erklärung. «Eine sogenannte Lichtsäule entsteht, wenn Licht an winzigen Eispartikeln in der Luft reflektiert und zum Teil gebrochen wird. Die Lichtquelle kann nebst natürlicher Herkunft auch von künstlicher Natur sein», sagt Meteorologe Roger Perret von Meteonews.

Säule als optische Täuschung

Die Erscheinung als Lichtstrahl sei aber eine optische Täuschung. «Denn eigentlich ist die Reflexion physisch nicht nur unter oder oberhalb der Lichtquelle, sondern rundherum. Wir sehen es als einzelne Linie, da für einen Betrachter nur die in einer gemeinsamen vertikalen Ebene verlaufenden Lichtstrahlen sichtbar sind», so Perret.

Damit diese Lichtsäulen entstehen können, brauche es einerseits eine gewisse Feuchtigkeit in der Luftmasse, die zudem genügend kalt ist. «Andererseits sollte es möglichst windstill sein», sagt Perret. Kondensstreifen haben laut dem Meteorologen mit diesem Phänomen nichts zu tun. «Es kann aber sein, dass gewisse menschengemachte Prozesse die Eiskristallbildung in der Atmosphäre fördern. Inwiefern sich dies auf solche Phänomene auswirkt, ist aber schwierig zu sagen», erklärt Perret.

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