Lidl-Mitarbeiter dürfen Detektiv-Protokolle einsehen
Aktualisiert

Lidl-Mitarbeiter dürfen Detektiv-Protokolle einsehen

Die von der Bespitzelungsaffäre beim deutschen Discounter Lidl betroffenen Mitarbeiter bekommen Einsicht in die Protokolle der Detektive.

«Jedem Mitarbeiter einer betroffenen Filiale bieten wir jetzt an, die vorhandenen Protokolle einzusehen, um zu erfahren, ob es überhaupt Aufzeichnungen über ihn gibt, und wenn ja, welche», teilte Geschäftsführungsmitglied Jürgen Kisseberth am Montag in Neckarsulm mit. «Den Mitarbeitern wird jene Passage vorgelegt, die sich mit ihrer Person beschäftigt.»

Im vergangenen Jahr seien in 219 Lidl-Filialen in Deutschland Detektive eingesetzt worden, um Waren gegen Diebstahl zu sichern. In Einzelfällen seien aber «teilweise auch persönliche» Informationen über Mitarbeiter protokolliert worden.

Dies sei so nicht gewollt gewesen. Künftig sollten deshalb die Filialen «gemeinsam» mit den Mitarbeitenden vor Diebstahl geschützt werden. Durch Inventurverluste erleide Lidl jährlich einen Schaden von rund 80 Mio. Euro. In Filialen mit Kameras seien diese Verluste um die Hälfte gesunken, teilte Lidl weiter mit.

Werben um Kunden

Lidl bat seine Kunden in ganzseitigen Zeitungsanzeigen, dem Unternehmen weiter ihr Vertrauen zu schenken. Zuvor hatte Lidl schon in einem Brief an seine Mitarbeitenden und auf seiner Internetseite sein Bedauern über die Vorfälle ausgedrückt.

Am vergangenen Mittwoch hatte das Nachrichtenmagazin «Stern» unter Berufung auf hunderte Seiten interner Lidl-Protokolle berichtet, der Detailhändler habe seine Mitarbeitenden systematisch überwachen lassen.

So sei in vielen Filialen protokolliert worden, welcher Mitarbeiter wie oft zur Toilette gehe oder wer mit wem womöglich ein Liebesverhältnis habe.

(sda)

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