Papiertragetaschen: Lidl wirft die Plastiksäcke weg
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PapiertragetaschenLidl wirft die Plastiksäcke weg

Lidl Schweiz will statt der bisherigen Plastiksäcke ab 2017 Papiertragetaschen anbieten. Damit sollen jährlich 70 Tonnen Plastik eingespart werden.

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ish
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An der Kasse: In welche Tasche werden die Einkäufe nun eingepackt?

An der Kasse: In welche Tasche werden die Einkäufe nun eingepackt?

Keystone/Christian Beutler
Ab Frühjahr 2017 bietet Lidl statt dem Plastiksack an der Kasse solch eine Papiertragetasche an.

Ab Frühjahr 2017 bietet Lidl statt dem Plastiksack an der Kasse solch eine Papiertragetasche an.

zvg
Auch sein Filialkonzept hat Lidl Schweiz überholt: Bildschirme statt Plakate - bei den neuen Filialen setzt Lidl auf sieben bis zu 55 Zoll grosse Screens. Zudem steht am Eingang ein Automat mit 50-Rappen-Kaffee.

Auch sein Filialkonzept hat Lidl Schweiz überholt: Bildschirme statt Plakate - bei den neuen Filialen setzt Lidl auf sieben bis zu 55 Zoll grosse Screens. Zudem steht am Eingang ein Automat mit 50-Rappen-Kaffee.

sas

Den kostenlosen Raschelsack aus Plastik gab es bei Lidl Schweiz im Gegensatz zu Migros oder Coop von Anfang an nicht. Ab kommendem Frühjahr will der Discounter nun auch auf den kostenpflichtigen Plastiksack an der Kasse verzichten. Stattdessen will er einen ungebleichten Papiersack anbieten, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Damit will Lidl Schweiz nach eigenen Angaben pro Jahr mindestens 70 Tonnen Plastik einsparen.

Die sogenannte Permanenttragetasche ist bei Lidl jedoch nach wie vor aus dickem Plastik. Allerdings kommt es bei Säcken nicht nur auf das Material an, sondern in erster Linie darauf, ob sie mehrfach verwendet werden. Eine Papiertasche muss siebenmal genutzt werden, bis sie die gleiche Ökobilanz aufweist wie ein Sack aus rezykliertem Kunststoff, wie eine Empa-Studie zeigt. Eine Baumwolltasche muss demnach 84-mal gebraucht werden, ein kompostierbarer Sack elfmal.

Das Aus für den Gratis-Sack

Lild will auch in Deutschland und Österreich auf die Plastiktasche verzichten. In der Europäischen Union ist es das Ziel, den jährlichen Verbrauch von Plastiksäcken bis 2015 auf höchstens 40 Stück pro Kopf zu senken. In Deutschland steht die Zahl derzeit bei 71. Seit diesem April sind dort nicht nur im Supermarkt, sondern auch in Kleidergeschäften oder Warenhäusern auf Druck des Gesetzgebers sämtliche Säcke kostenpflichtig.

In der Schweiz wollte das Parlament 2012 den Gratis-Raschelsack verbieten. Die dafür notwendige Gesetzesänderung konnte jedoch nicht realisiert werden. Diese Woche dürfte nun nach dem Nationalrat auch der Ständerat auf ein Verbot verzichten und damit den Weg für eine Selbstverpflichtung des Detailhandels frei machen. Die Geschäfte, die noch dünne Plastiksäcke umsonst anbieten, wollen diese dann bis 2018 abschaffen. Ausnahme bleiben allerdings die Convenience-Shops an Bahnhöfen oder in Tankstellen.

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