Aktualisiert 06.08.2019 12:03

Der schlummernde RieseLiebe Basler, unterschätzt die Österreicher nicht

Am Mittwoch trifft der FCB in der Champions-League-Qualifikation auf den LASK. Die Österreicher sind ernst zu nehmen.

von
E. Tedesco
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Valérien Ismaël übernahm LASK im Mai von Aufstiegstrainer Oliver Glasner. Der ehemalige Bundesliga-Spieler wurde mit Werder Bremen (2004) und Bayern (2006) deutscher Meister. Seine bisherigen Trainerstationen waren weniger erfolgreich: In Nürnberg wurde er nach 14 Spielen entlassen. In Wolfsburg nach 17 Partien.

Valérien Ismaël übernahm LASK im Mai von Aufstiegstrainer Oliver Glasner. Der ehemalige Bundesliga-Spieler wurde mit Werder Bremen (2004) und Bayern (2006) deutscher Meister. Seine bisherigen Trainerstationen waren weniger erfolgreich: In Nürnberg wurde er nach 14 Spielen entlassen. In Wolfsburg nach 17 Partien.

Expa/reinhard Eisenbauer
Die Zusammenarbeit mit dem Franzosen scheint nicht ganz einfach. Das bekam bei LASK auch sein Konditionstrainer zu spüren, den er nach 20 Tagen «aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Trainingssteuerung» ohne Wissen des Präsidenten entliess. Offenbar hatten sich aber Spieler zuvor beim Fitnesstrainer über den Trainer beklagt.

Die Zusammenarbeit mit dem Franzosen scheint nicht ganz einfach. Das bekam bei LASK auch sein Konditionstrainer zu spüren, den er nach 20 Tagen «aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Trainingssteuerung» ohne Wissen des Präsidenten entliess. Offenbar hatten sich aber Spieler zuvor beim Fitnesstrainer über den Trainer beklagt.

Expa/reinhard Eisenbauer
Teamleader der Mannschaft: Gernot Trauner (li), (27, Aut), Verteidigerseit Juni 2017 im Team

Teamleader der Mannschaft: Gernot Trauner (li), (27, Aut), Verteidigerseit Juni 2017 im Team

Georg Hochmuth

Vor einem Jahr scheiterten die Öberösterreicher in der Europa-League-Qualifikation gegen Besiktas Istanbul unglücklich. Das entscheidende Auswärtstor für die Türken fiel praktisch mit dem Schlusspfiff. Das erste europäische Abenteuer nach 19 Jahren endete abrupt. Als Vizemeister hinter Salzburg hat sich der LASK diesmal für die CL-Qualifikation qualifiziert und trifft am Mittwoch auf den FCB. Noch nie war der Traditionsclub aus Österreich so nah an der Königsklasse dran wie diesmal.

Dabei stieg der Club erst 2017 in die Bundesliga auf. 2014 spielte der Verein nach dem Fast-Konkurs 2012 sogar noch drittklassig. Mit Hilfe der Investorengruppe «Freunde des LASK», wurde der Verein 2013 saniert. Nicht nur finanziell gehören die Oberösterreicher hinter Salzburg, Austria und Rapid Wien heute zu den Top 4 in der österreichischen Bundesliga. Insider sprechen von einem schlafenden Riesen, vor allem, wenn 2022 auch noch das neue Stadion stehen soll. Der Aufstieg soll nur ein Zwischenschritt auf den Weg dahin gewesen sein, den Riesen zu erwecken.

Das Team mit den meisten Toren aus Standards

Eine zentrale Rolle nahm Aufstiegstrainer Oliver Glasner ein. Er erlernte sein Handwerk unter Roger Schmidt in der Trainerschmiede von Salzburg und verschrieb sich ganz der Salzburger Philosophie des Pressings gegen den Ball und bei, Balleroberung, dem überfallartigen Spiel in die Spitze. Hinter Salzburg stellte der LASK letzte Saison die beste Offensive und kassierte – hinter RB – die zweitwenigsten Gegentreffer. Im Sommer wechselte Glasner zu Wolfsburg. Seine Nachfolge trat Valérien Ismaël an. Der ehemalige Bundesliga-Spieler wurde mit Werder Bremen (2004) und Bayern (2006) deutscher Meister.

Seine bisherigen Trainerstationen waren wenig erfolgreich: In Nürnberg wurde er nach 14 Spielen entlassen. In Wolfsburg nach 17 Partien. Ismaël setzt sportlich den Weg seines Vorgängers fort. «Philosophie und System werden nicht geändert», sagte er bei seiner Präsentation. Bisher erfolgreich. Auf einen Sieg in Altach, folgte ein 3:0 gegen Austria Wien.

Dabei zeigte die Mannschaft in einem 3-4-3 eine Qualität, die sie schon unter Glasner auszeichnete: Der LASK war in der letzten Saison das Team mit den meisten Toren aus Standards. Da wird der FCB, der bei gegnerischen Ecken in dieser Saison einige Mühe hatte, aufpassen müssen. Favorit hin oder her – unterschätzen sollte Rotblau den LASK nicht. Sonst könnten es eine böse Überraschung geben.

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