Aktualisiert 09.10.2012 13:15

Tunesisches Magazin«Liebe Kinder, so baut man einen Molotowcocktail»

Eine tunesische Kinderzeitschrift hat eine detaillierte Bauanleitung für Benzinbomben abgedruckt. Nun wird sie vom Frauen- und Familienministerium verklagt. Leben von Kindern seien gefährdet.

Die Zeitschrift hat eine Klage am Hals - der Artikel animiere zum «Gebrauch von Brandsätzen bei zerstörerischen oder terroristischen Akten».

Die Zeitschrift hat eine Klage am Hals - der Artikel animiere zum «Gebrauch von Brandsätzen bei zerstörerischen oder terroristischen Akten».

Ein Artikel über die Geschichte des Molotowcocktails inklusive einer genauen Bauanleitung hat für die tunesische Kinderzeitschrift «Regenbogen» ein juristisches Nachspiel: Das Frauen- und Familienministerium reicht Klage gegen die Zeitschrift ein.

Das Ministerium argumentierte, der Artikel gefährde nicht nur das Leben von Kindern, sondern animiere zum «Gebrauch von Brandsätzen bei zerstörerischen oder terroristischen Akten», wie die Nachrichtenagentur TAP am Montagabend berichtete.

In Tunesien fliegen oft brennende Flaschen

In der Septemberausgabe der Kinderzeitschrift hatte die Redaktion in ihrer Rubrik «Garten des Wissens» die Zeichnung einer brennenden Flasche veröffentlicht. Dazu wurde erklärt, dass sie ihren Namen finnischen Soldaten verdanke, die sie während des Zweiten Weltkriegs in Anlehnung an den damaligen sowjetischen Aussenminister Wjatscheslaw Molotow so getauft hätten.

Nach einer ausführlichen Beschreibung, woraus der Brandsatz besteht und wie er funktioniert, heisst es in dem Artikel weiter: «Die brennende Flasche wird anschliessend gegen ein bestimmtes Ziel geschleudert, sie zerbricht und setzt es in Brand.»

In Tunesien werden Molotowcocktails häufig bei gewaltsamen Protesten eingesetzt, so auch Mitte September während eines Angriffs auf die US-Botschaft in der Hauptstadt Tunis. (sda)

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