Aktualisiert 04.02.2004 21:54

Liebe, Lug & Trug

Als die weizenblonde Marie die Bar betritt, hat David, der dort als Kellner arbeitet, gar keine andere Möglichkeit, als sich in sie zu verlieben. Wie soll aber ein abgehalfterter Kellner die Aufmerksamkeit einer solchen Frau auf sich ziehen?

Kurz bevor David drauf und dran ist, in tiefste Depressionen abzudriften, kommt ihm Meister Zufall zu Hilfe: Ein altes Roman-Manuskript fällt ihm in die Hände, die Liebesgeschichte von Peter und Sophie. Er scannt es in seinen Computer ein, setzt seinen Namen davor und gibt es der literaturbegeisterten Marie zu lesen.

Sie werden ein Paar, das Buch ein Bestseller. Aber ihre Liebe ist auf einer Lüge aufgebaut. Martin Suter («Business Class», Geri Weibel) ist mit seinem Roman «Lila, Lila» wieder mal ein literarischer Wurf gelungen: spannend, mitreissend, aber auch traurig. Am Ende bricht zwar nicht das Lügengebäude, aber doch die Liebe in sich zusammen, und David wird vielleicht doch noch zum Schriftsteller: «Das ist die Geschichte von David und Marie. Lieber Gott, lass sie nicht traurig enden.»

pat

Info

Martin Suter, «Lila, Lila», Roman. Diogenes, Zürich 2004, 345 Seiten, 37.90 Franken.

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