Lieber Phil Geld: «Liebe Post - das ist doch eine Farce!»
Aktualisiert

Lieber Phil Geld«Liebe Post - das ist doch eine Farce!»

Peter (43) regt sich mächtig über die Schweizerische Post auf: Die elektronische Unterschrift auf dem Scanner entspricht überhaupt nicht der tatsächlichen Unterschrift.

Die Bestätigung für den Erhalt einer eingeschriebenen Post ist nur noch in Ausnahmefällen auf der Abholungseinladung mit der eigenen Unterschrift möglich.

Die Bestätigung für den Erhalt einer eingeschriebenen Post ist nur noch in Ausnahmefällen auf der Abholungseinladung mit der eigenen Unterschrift möglich.

Lieber Phil Geld,

Jedes Mal, wenn ich ein eingeschriebenes Paket oder einen eingeschriebenen Brief abholen muss, rege ich mich fürchterlich auf. Das elektronische Gerät scannt nämlich meine Unterschrift derart schlecht, dass ich sie jeweils nicht wiedererkenne. Meine Fragen: Kann sich die Post so eine Farce leisten? Und stellt eine solche fehlerhafte Technik nicht ein Sicherheitsrisiko dar?

Lieber Peter

Diese Scanner sind zwar schon seit einigen Jahren in Betrieb. Das macht die Sache aber in der Tat nicht besser. Ich kann deinen Ärger gut verstehen. Uns wurde zugetragen, dass Post-Kunden zum Spass auch schon Smilies gezeichnet haben. So verkommt diese so genannte Authentifizierung tatsächlich zur Farce.

Wir haben die Post mit dem Problem konfrontiert. Sie sieht darin erstaunlicherweise kein Problem. Sprich: Ein Ersatz ist nicht geplant. In der Hauszustellung wurde die elektronische Unterschrift auf dem Scanner vor mehreren Jahren flächendeckend eingeführt. Aus Gründen der Standardisierung hat die Post diesen Prozess im Jahr 2009 auch in der Schalterzustellung eingeführt.

Damit würden die Abläufe bei Nachforschungen über Postsendungen bedeutend einfacher, argumentiert Post-Sprecher Mariano Masserini. Ausnahmen gebe es nur in Spezialfällen, z.B. wenn der Kunde aufgrund einer Behinderung nicht elektronisch unterschreiben könne. Dann ist eine handschriftliche Signatur auf der Abholungseinladung möglich.

Masserini im Originalton: «Den Postkunden wurde damit ein modernes Gerät mit mehr Funktionen und erhöhter Sicherheit zur Verfügung gestellt. Die elektronischen Terminals erfüllen die höchsten europäischen Sicherheitsstandards.»

Was die rechtliche Gültigkeit einer solchen elektronischen Unterschrift anbelange, gelte in der Schweiz das Prinzip von Formfreiheit beim Abschluss von Verträgen, so Masserini. Aus diesem Grund seien sowohl die eingescannte als auch die physische handschriftliche Unterschrift als Indizien für den Abschluss des Vertrages anzusehen.

Bezüglich der Sicherheit erwähnt die Post zu Recht, dass sich die betreffende Person am Schalter wie früher mit einem Ausweis identifizieren lassen muss. Ausserdem: Wenn eine authentifizierte Unterschrift eines Kunden schon elektronisch archiviert wurde, können die weiteren Unterschriften dieses Kunden elektronisch verglichen werden. Fazit der Post: «Der Kunde braucht keine Bedenken zu haben.»

Mit freundlichen Grüssen,

Phil Geld

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