Aktualisiert 23.02.2013 03:25

Amour, mon amour

«Liebe» räumt beim César ab

Michael Haneke holt sich Schub für die Oscars: Bei der Vergabe der französischen Filmpreise wurde sein französischsprachiges Drama «Amour» gleich mit fünf «Césars» ausgezeichnet.

Die französische Filmakademie vergab für «Liebe» die Césaren für den besten Film, die beste Regie, die beste Schauspielerin, den besten Schauspieler und das beste Originaldrehbuch. Der Film mit Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant in den Hauptrollen war mit zehn Nominierungen in das Rennen um die französischen Filmpreise gegangen.

Das Drama, das die Geschichte eines alten Ehepaars zeigt, das durch Krankheit und Alter auf die Probe gestellt wird, ist bereits in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden und bei den Golden Globes mit der Trophäe als bester fremdsprachiger Film.

Bei den britischen Filmpreisen «British Academy Film and Television Awards» (BAFTA) ging das Drama mit zwei Preisen nach Hause, darunter die Auszeichnung für die 85-jährige Riva als die beste Schauspielerin. In Malta beim Europäischen Filmpreis räumte der Film weitere vier Preise ab.

Oscar zum Geburtstag?

Am kommenden Sonntag feiert Riva ihren 86. Geburtstag. In Los Angeles könnte die Schauspielerin, die mit «Hiroshima, mon amour» berühmt wurde, ihr schönstes Geschenk bekommen. Riva gehört zu den Oscar-Anwärterinnen.

Der Film geht gleich mit fünf Oscar-Nominierungen in den Wettkampf, darunter als bester Film des Jahres und bester nicht-englischsprachiger Film. Haneke war deshalb bei der Vergabe der Preise in Paris nicht anwesend. Er liess sich durch seine Produzentin Margaret Ménégoz vertreten.

«Argo» bester ausländischer Film

Das Rennen um den besten ausländischen Film machte der Polit-Thriller «Argo» unter der Regie von Ben Affleck. Der US-amerikanische Filmemacher, Schauspieler und Drehbuchautor nahm die Auszeichnung ebenfalls nicht persönlich entgegen.

So wie Haneke war er wegen der Oscarverleihung vom Sonntag in Los Angeles. Der Film über die spektakuläre Befreiung von US-Geiseln aus dem Iran 1979 gehört ebenfalls zu den Mehrfach-Nominierten.

Schweizer gingen leer aus

Als bester ausländischer Film war auch die Schweizer Koproduktion «A perdre la raison» des Belgiers Joachim Lafosse nomminiert. Dieser hatte jedoch gegen «Liebe» keine Chance.

Auch die zweite Schweizer Hoffnung bei der diesjährigen «César«-Verleihung, der erst 14-jährige Lausanner Kacey Mottet Klein, wurde übergangen. Mottet Klein war für seine Darstellung in Ursula Meiers Film «Sister» als bester Jungschauspieler nomminiert worden.

Den Preis als bester Jungdarsteller nach Hause nahm der 35-jährige Belgier Matthias Schoenarts für seine Darstellung eines Schlägers im Film «De rouille e d'os» von Jacques Audiard. (sda)

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