Einreise-Drama – Djokovic meldet sich erstmals aus dem Hotel – Frau Jelena bedankt sich
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Einreise-DramaDjokovic meldet sich erstmals aus dem Hotel – Frau Jelena bedankt sich

Während Novak Djokovic in Australien immer noch auf eine Einreise hofft, meldet sich nun seine Gattin Jelena zu Wort. Auch Novak selbst wendet sich anlässlich des serbischen Weihnachtsfests an seine Anhänger.

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Nun meldete sich erstmals Novak Djokovics Frau Jelena im Einreise-Drama ihres Ehemannes zu Wort.

Nun meldete sich erstmals Novak Djokovics Frau Jelena im Einreise-Drama ihres Ehemannes zu Wort.

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Normalerweise begleitet die 35-Jährige ihren Gatten an grossen Turnieren. Hier ein Bild von den French Open 2021.

Normalerweise begleitet die 35-Jährige ihren Gatten an grossen Turnieren. Hier ein Bild von den French Open 2021.

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Die beiden kennen sich seit der Schulzeit.

Die beiden kennen sich seit der Schulzeit.

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Darum gehts

  • Novak Djokovics Frau Jelena brach am Freitag ihr Schweigen und meldete sich via Twitter zu Wort.

  • Sie bedankte sich bei den Menschen, die sich zuletzt hinter ihren Ehemann gestellt haben.

  • «Liebe und Vergebung sind niemals ein Fehler, sondern eine starke Kraft», schrieb die 35-Jährige.

  • Djokovic darf bis am Montag in Australien bleiben. Dann findet eine gerichtliche Anhörung statt.

In Serbien wird heute traditionsgemäss Weihnachten gefeiert. Zu diesem Anlass wandte sich zum ersten Mal Djokovics Ehefrau Jelena betreffend der Situation ihres Mannes an die Öffentlichkeit. «Heute ist Weihnachten für uns, ich wünsche allen, dass sie gesund, glücklich, sicher und mit ihren Familien zusammen sind», schreibt die 35-Jährige auf Twitter. Frau Djokovic weiter: «Wir wünschten, wir wären heute alle zusammen, aber mein Trost ist, dass wir wenigstens gesund sind. Und wir werden an dieser Erfahrung wachsen.»

Die Erfahrung? Novak Djokovic befindet sich seit Mittwochabend (Ortszeit) in Melbourne, wo er für die Australian Open (beginnen am 17. Januar) einreisen will. Weil er aber offenkundig ungeimpft ist, erwirkte der 34-Jährige vor der Einreise eine umstrittene medizinische Ausnahmegenehmigung. Der Grenzschutz sah die Einreiseregeln jedoch nicht erfüllt, so dass Djokovic in der Folge in einem Hotel für Ausreisepflichtige untergebracht wurde. Djokovic hat dagegen geklagt. Ein Gericht in Melbourne will am Montag entscheiden. Bis dahin sitzt der Serbe im Hotel fest.

Häme, Empörung– und Unterstützung

Die Situation um die Weltnummer 1 im Männer-Tennis sorgte in den vergangenen Tagen für viel Häme und Spott. Speziell in Australien haben zudem viele ihre Empörung kundgetan, dass ein Sport-Star womöglich eine Sonderbehandlung geniesse. Andere wiederum sprachen dem «Nole» ihre Unterstützung zu: Sei dies Zuhause in Serbien, in Melbourne vor dem Hotel oder im Web. Dafür bedankte sich nun seine Frau Jelena mit einem weiteren Tweet.

«Ich danke Ihnen, liebe Menschen in aller Welt, dass Sie Ihre Stimme genutzt haben, um meinem Mann Liebe zu senden. Ich atme tief durch, um mich zu beruhigen und in diesem Moment Dankbarkeit (und Verständnis) für all das zu finden», schrieb sie. Novaks Jugendliebe weiter: «Das einzige Gesetz, das wir alle über jede einzelne Grenze hinweg respektieren sollten, ist die Liebe und der Respekt für einen anderen Menschen. Liebe und Vergebung sind niemals ein Fehler, sondern eine starke Kraft.»

Auch Novak bedankt sich

Derweil widmete sich auch Novak Djokovic mit Weihnachtsgrüssen aus dem Quarantäne-Hotel an seine Community. Es sind seine ersten Worte, die er seit Beginn des Einreise-Dramas veröffentlichte. In einer Instagram-Story schrieb er: «Vielen Dank, liebe Leute von überall auf der Welt, für eure kontinuierliche Unterstützung. Ich spüre es und ich schätze es.» Weitere Informationen zu seiner Situation in dem Hotel in Melbourne oder Details zu seinem entzogenen Visum gab er nicht bekannt.

Djokovics Story am Freitagnachmittag.

Djokovics Story am Freitagnachmittag.

Instagram

Damit dürften auch die beiden Tennis-Konkurrenten Nicholas Kyrgios und John Isner gemeint sein. Beide haben sich nämlich via Twitter für Djokovic ausgesprochen. Eher unerwartet ist dabei die Unterstützung von der Weltnummer 93 Kyrgios. Der Australier hatte Djokovic in der Vergangenheit immer wieder angegangen. Er schrieb: «Ich habe mich für andere und für die Gesundheit meiner Mutter impfen lassen. Doch wie wir mit der Situation von Novak umgehen, ist schlecht, sehr schlecht.»

Support der Spielervereinigung

Unterstützung erhielt Djokovic auch von der von ihm präsidierten Tennis-Spielergewerkschaft PTPA zugesprochen. Djokovic habe darum gebeten, «die Fakten über seine Festsetzung» in seinen Worten und zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt zu teilen. «Mit dem grössten Respekt vor allen persönlichen Meinungen zu Impfungen sollte geimpften und ungeimpften (mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung) Athleten die gleiche Freiheit gewährt werden», an Turnieren teilzunehmen, forderte die Spielergewerkschaft.

Der Serbe hatte im August 2020 gemeinsam mit dem Kanadier Vasek Pospisil die Professional Tennis Players Association (PTPA) gegründet, als Konkurrenz zum bestehenden Spielerrat der Männer-Organisation ATP.

Weitere Spielerin im Quarantäne-Hotel

Novak Djokovic ist nun nicht mehr der einzige Tennis-Profi im Quarantäne-Hotel. Das Visum der Tschechin Renata Voracova ist ebenfalls abgelehnt worden. Dies berichtet die Zeitung «The Age». Noch ist unklar, ob die 38-Jährige ebenfalls juristisch gegen den Entscheid vorgeht.

Der Tennisspieler wollte ohne Impfnachweis mit einer Ausnahmebewilligung nach Australien einreisen. Premierminister Scott Morrison steht hinter dem Entscheid.
(Video: Jan Derrer)

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(sih/dpa)

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