Serien-Sextäter: Liebe vorgegaukelt und vergewaltigt
Aktualisiert

Serien-SextäterLiebe vorgegaukelt und vergewaltigt

Der 20-jährige Daniel G.* hat über Jahre minderjährige Mädchen vergewaltigt, die er in Chats kennenlernte. Heute steht er vor dem Bezirksgericht in Dietikon.

von
Deborah Sutter
Serien-Sextäter Daniel G.: So präsentierte sich der 20-Jährige seinen späteren Opfern.

Serien-Sextäter Daniel G.: So präsentierte sich der 20-Jährige seinen späteren Opfern.

Daniel G. (Name geändert) ging laut der Anklage stets auf die gleiche Weise vor, um an seine Opfer heranzukommen: Über Internet-Plattformen wie Netlog oder MSN lernte der Schweizer die Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren kennen. Nachdem er den Mädchen Interesse an einer Liebesbeziehung vorgaukelt hatte, traf er sich mit ihnen an deren Wohnort.

Dort kamen seine wahren Absichten ans Licht: Der 15-jährigen Nora K. (Name geändert) etwa zog er, nachdem er zuvor mit ihren Pflegeeltern zu Abend gegessen hatte, in ihrem Zimmer mit Gewalt die Hose herunter und drückte sie auf ihr Bett. Als es der 15-jährigen kurz gelang, sich zu befreien und aufzustehen, packte G. sie an den Haaren und stiess sie zurück aufs Bett. Dabei hielt er ihre Hände fest und legte sich erneut mit seinem ganzen Körpergewicht auf das Mädchen. Die 15-Jährige wehrte sich und sagte, sie wolle das nicht, er solle sie in Ruhe lassen. Daraufhin hielt ihr ihr Peiniger den Mund zu, damit sie nicht schreien konnte. Er sagte ihr zudem, sie solle einfach am besten gar nichts versuchen, sie habe sowieso keine Chance gegen ihn. Nachdem er das Mädchen vergewaltigt hatte, liess er von ihr ab und verliess überstürzt das Haus.

Auch die 14-jährige Lisa H. (Name geändert) lernte der heute 20-Jährige im Internet kennen. Nachdem die beiden regelmässig gechattet und miteinander telefoniert hatten, verabredeten sie sich zu einem Treffen. Lisa H. holte G. von der Bushaltestelle in ihrem Wohnort ab, die beiden spazierten anschliessend durch den Ort. Neben einem kleinen Häuschen blieben sie stehen und begannen, sich zu küssen und zu umarmen. G. drängte sie daraufhin hinter das Häuschen und drückte sie gegen die Hauswand. Lisa H. machte klar, dass sie dies nicht wolle. Mit Gewalt zog er ihr die Hose herunter und befahl ihr, sich auf den Boden zu legen. Eingeschüchtert wie das Mädchen war und aus Angst, er würde ihr etwas antun, befolgte sie die Anweisung. Der Angeklagte liess erst von ihr ab, nachdem er zum Orgasmus gekommen war. Auf dem Weg zurück zur Bushaltestelle wies er Lisa H. an, niemandem etwas zu erzählen. Dann stieg er in den Bus und fuhr davon.

Laut Staatsanwaltschaft sind es fünf Schülerinnen, die er zwischen 2008 und 2010 auf diese oder ähnliche Weise nötigte und missbrauchte. Wegen des Altersunterschieds von mehr als drei Jahren zu seinen Opfern machte sich G. ausserdem der sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig – im April 2010 hatte er etwa Sex mit einer 13-Jährigen in der Jugendherberge in Baden. Daneben hatte er auf seinem Computer Kinderpornografie abgespeichert. Der junge Mann befindet sich seit seiner Verhaftung im Mai 2010 in U-Haft. Heute wird das Bezirksgericht in Dietikon über den Fall verhandeln.

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