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Velo zu gefährlich?«Lieber den Helm obligatorisch machen»

Die Allianz-Versicherung befindet Velos als zu gefährlich für den Schulweg. Die Mehrheit der 20-Minuten-Leser hält das für unsinnig.

von
jro
Allianz Suisse möchte das Velo vom Schulweg verbannen. Die Leser können mit diesem Vorschlag wenig anfangen.

Allianz Suisse möchte das Velo vom Schulweg verbannen. Die Leser können mit diesem Vorschlag wenig anfangen.

Die Versicherung Allianz Suisse schreibt in ihrem Sicherheitsreport, das Velo sei als Verkehrsmittel ungeeignet für den Schulweg. Statistisch gesehen sei die Unfallgefahr für die Kinder fünf- bis siebenmal höher. Nicht nur der Lehrerverband sieht diese Aussage kritisch.

Auch von den 20-Minuten-Lesern wurde dieses Thema intensiv diskutiert, über 250 Kommentare gingen ein. Die überwiegende Mehrheit spricht sich für das Velo aus und findet den Vorschlag der Allianz realitätsfremd.

«Versicherungen wollen bloss Gewinn erhöhen»

Leser Ado hat die Allianz Suisse im Verdacht, bloss auf die eigene Bilanz zu schielen: «Ich sehe hier den systematischen Versuch, auf die Grundversicherung noch einen extra Beitrag für das Velo zu setzen.» Gleich sieht es auch «Beobachter», er vermutet, es gehe den Versicherung darum, ihren Gewinn zu erhöhen. Leser Stevo empfindet den Vorschlag als Bevormundung und schreibt, die Versicherung solle aktiv werden: «Die könnten ihre Gewinne in bessere Velowege reinvestieren.»

My Air seinerseits sähe bei einem Velostopp gleich ein neues Problem am Horizont: «Morgen melden sich dann die Krankenkassen und sagen, die Schüler müssen aufs Velo für mehr Bewegung und weniger zukünftige Gesundheitskosten.»

Elterntaxi kein Lösung

Kritik hagelt es auch, weil die Leser sich um die Alternativen sorgen, wenn Kinder künftig nicht mehr mit dem Velo zur Schule fahren. Eine Möglichkeit wäre das elterliche Auto, das «Mami-Taxi». Leserin Lara findet aber, das sei keine Lösung für die Kinder. «Man nimmt ihnen mit dieser Rumkutschiererei das Erlebnis des Schulwegs und die Gespräche mit den Schulfreunden.» Ein «ehemaliger Schüler» erinnert sich, dass früher gehänselt worden sei, wer vom Mami in die Schule gebracht wurde. Für ihn würde mehr Verkehrserziehung das Problem lösen: «Bringt den Kindern die Verkehrsregeln bei und die Autofahrer nehmen etwas mehr Rücksicht, dann klappt es.»

Johan pflichtet bei: «Führt obligatorische Velokurse ein, dann klappt's auch mit der Sicherheit.» Eidgenossin hingegen meint, sie habe Verständnis für das Prinzip Elterntaxi. Sie sei als Kind mit dem Velo zur Schule gefahren, heute wäre das aber zu gefährlich. Dass das Radeln in die Schule tatsächlich Gefahren birgt, gestehen viele Leser ein. Montaldo schreibt, seine Tochter fahre bald auch per Velo zur Schule. «Mir ist dabei auch etwas ungeheuer, aber ich kann sie nicht in Watte packen.»

Helmpflicht als Alternative

100-prozentige Sicherheit gibt es nicht: diese Meinung teilen viele. Stevie sieht die Gefahr zudem nicht beim Velo per se. Die Kinder dürften ruhig Radfahren, «aber bitte ohne Handy und iPod, denn die sind auch beim Velofahren eine Haupt-Gefahrenquelle, und nicht das Fahrrad an sich.» Darum fordern viele Kommentare, dass die kleinen einen Helm tragen sollten. Unter ihnen Leser Sämi, für den die Helmpflicht eine bessere Idee ist als ein Velostopp: «Lieber den Helm obligatorisch machen.»

Leser Tom Kimondi präsentiert dagegen einen besonders radikalen Vorschlag. Er wünscht sich Verkehrsregeln, nach denen die Velofahrer immer Vortritt haben: «So können auch die allerkleinsten Knirpse in die Schule fahren und die anderen Verkehrsteilnehmer müssen endlich aufpassen.»

Was halten Sie von Velos auf dem Schulweg? Verraten sie uns Ihre Meinung in der Umfrage.

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