Aktualisiert 06.04.2014 15:30

Drohungen gegen Tierpark«Lieber ein toter Pfleger als ein toter Bär»

Der Tod des kleinen Bären «3» lässt die Emotionen hochgehen. Beim Tierpark Dählhölzli sind gegen hundert Mails eingegangen.

von
N. Camenisch/C. Holzer

Die Meinungen über das Verhalten der Tierparkdirektion im Fall des Mini-Mutzen «3» gehen auseinander. Dies zeigen auch die Leserreaktionen. «Lisa» schreibt: «Bären sind halt keine Kuscheltiere und in der Natur sterben nunmal Tiere. Das sollte man den Kindern schon früh genug beibringen.» Leser «André» ergänzt: «Ich finde es echt bedenklich, dass sich ein Tierpark dafür rechtfertigen muss, wenn sich Tiere wie Tiere verhalten.» Anderer Ansicht ist hingegen «Peter»: «Pervers, was die Zoos machen. Mich haben sie gesehen und meine Spenden auch.» Auch User «Pro Leben» heisst die Entscheidung des Tierparks nicht gut: «Sollen doch mal die Betreiber des Zoos zum Bärenvater, mal schauen wie ‹natürlich› das für sie dann noch erscheint, wenn man brutal durch die Luft geschleudert wird!»

Reaktionen unter der Gürtellinie

Auch die Reaktionen gegenüber dem Tierpark sind unterschiedlich. «Für mich zeigt sich ein sehr differenziertes Bild. Die Besucher im Park zeigen oft Verständnis, im persönlichen Gespräch kann man sie abholen und ihnen die Situation erklären», sagt der stellvertretende Tierparkdirektor Jürg Hadorn. Heftiger sind da teilweise die Reaktionen in den rund hundert Emails ausgefallen, die Hadorn erhalten hat. «Manche Kommentare sind unter der Gürtellinie, es war auch von Tierquälerei die Rede», sagt er. In einem der Emails hiess es: «Lieber ein toter Tierpfleger als ein toter Bär.» Hadorn: «Ich muss mich das erste Mal mit so einem Shitstorm auseinandersetzen. Aber das ist halt so in der Zeit der anonymen Medien. Das einzige, was wir machen können, ist zu erklären.» Wie sich die jetzige Situation auswirke, werde sich zeigen.

Derweil bleibt die Besucherplattform beim Bärengehege im Tierpark weiterhin geschlossen. Den Mutzen scheint es gutzugehen. «Es ist verhältnismässig ruhig. Es finden zwar Interaktionen zwischen Misha, Masha und ‹4› statt. Diese sind aber kurz. Wenn es zu heftig wird, werden wir situativ entscheiden müssen», so Hadorn.

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