Aktualisiert 27.07.2015 22:24

Sixpack-BlogLieber Rolf

Post aus Sardinien: Stefan hat wieder einmal über Sinn und Unsinn seines Selbstversuchs nachgedacht. Und einen Brief geschrieben.

von
sry
Herzliche Grüsse aus Sardinien, lieber Rolf I, Rolf II und Rolf III.

Herzliche Grüsse aus Sardinien, lieber Rolf I, Rolf II und Rolf III.

Ahoi again und herzliche Grüsse aus dem zweiten Trainingslager, lieber Rolf I (ich wollte Dir ja schon viel früher schreiben) und auch lieber Rolf II, mein Cycling-Instruktor (I am mountainbiking every day – this island is just full of rad singletrails, awesome shit, you know. Looking forward to joining you again in your class, aw yeah) und überhaupt alle Rolfs, die meinem übertrainierten Geschwurbel immer noch beiwohnen (okay, lieber Rolf III, du als unser Korrektor kommst oft gar nicht umhin. Citius altius fortius, gell!).

Item. Gerade hier auf Sardinien, wo im Supermarkt ganze Regalzeilen und Auslagen voller Dolci, Pasta und Gelati, in den Beizen Menükarten voller Feinheiten und Gemeinheiten frohlocken, fällt mir der Verzicht sehr schwer. Zum Glück bietet einem Sport die gewünschte Ablenkung. Wieder mal fühl ich mich wie ein Ex-Junkie auf Kur, und natürlich bist du das auch, wenn du so viel Zucker und Fett gefressen hast wie ich noch vor einem halben Jahr.

Heute war ich in den Bergen biken, hübsche Trails im Pinien-Eukalyptus-Mischwald, eine einzige olfaktorische Explosion. Ich liebe es, während des Aufstiegs unter anderem dem Schweiss zuzusehen, der vom Kinn und der Nasenspitze aufs Oberrohr tropft – da krieg ich den Kopf richtig schön frei. Als ich eines der letzten Steilstücke in Angriff nahm und mich beim Antritt grad sehr genau auf regelmässige Traktion konzentrierte, damit das Hinterrad auf dem sandigen Belag nicht wieder durchdreht, bist Du mir in den Sinn gekommen, lieber Rolf Schmid.

Okay, erst dachte ich einmal mehr über Sinn und Unsinn dieser Challenge nach, auch über Scheitern und Reüssieren. Dabei stellte ich fest, dass es mir mittlerweile nicht mehr so wichtig ist, ob sich das Sixpack bis am 23. August wirklich zeigt. Klar will ich es immer noch versuchen und trainiere auch hart (aber sorry, ja: ich trinke hier unten auch – ui – ab und zu ein Glas Wein oder – uiuiui – eine Flasche Bier), denn das Waschbrett war ja von Anfang an auch ein Symbol für die angestrebte Verwandlung, für die Body Transformation, die ich zum grossen Teil eh längst hinter mir habe (ja-ahhh, ich höre Sie schon «faule Ausrede!» heepen. Das lasse ich jetzt mal so stehen).

Es hat also sicherlich auch mit dem bereits Erreichten zu tun, zuletzt dem 2:2-Gleichstand gegen «Blick»-Salvi im Sixpack-Battle (das wird ein famoser Final). Viel Motivation verdanke ich überdies immer noch meinen immer noch rund dreissig Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Und dann auch ziemlich viel dem Kommentar, den Du mir geschrieben hast, lieber Rolf.

Das Gefühl, etwas im eigenen Leben zum Guten zu verändern, ist schon recht motivierend. Wenn du dann aber tatsächlich Feedback bekommst, wie ich es von Dir bekommen habe, lieber Rolf, dann ist das regelrecht beflügelnd. Und so wurde mir während diesem harten Aufstieg wieder mal richtig bewusst, wie sinnstiftend so ein irrer Egotrip sein kann, wenn er seine altruistische Wirkung entfaltet. Hach, Pathos.

Du hast mir ja geschrieben, dass Du es dank meinem Ernährungstagebuch das erste Mal nach mehreren Versuchen geschafft hast, substanziell abzunehmen. Zugegeben, das Führen des Ernährungstagebuchs empfand ich als etwas vom Mühsamsten an dieser Challenge. Einerseits ist es schon ein krasser Strip, wenn alle nachlesen können, was du so isst. Weit intimer, als mit nacktem Oberkörper (neue Bilder folgen noch diese Woche, versprochen) zu posieren. Andererseits wars auch ein Riesenaufwand. Aber eben: Seit ich weiss, dass das Tagebuch mindestens schon mal dir geholfen hat, hat sich selbst das gelohnt. Danke, lieber Rolf!

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