Landwirtschaft: Lieber Subventionen als Freihandel
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LandwirtschaftLieber Subventionen als Freihandel

Der Bundesrat will den Agrarfreihandel mit der EU. Die Bauern fürchten um ihre Einkommen. Die SVP setzt nun auf das Parlament, um die Schutzmauern zu bewahren.

Weil der Bundesrat am Agrarfreihandelsabkommen mit der EU bislang festgehalten hat, wollen SVP- und Bauernkreise nun, dass das Parlament das Heft in die Hand bekommt. Der Berner SVP-Nationalrat Rudolf Joder hat zwei entsprechende Vorstösse in der Pipeline.

Damit hofft Joder, dem Bundesrat das Verhandlungsmandat politisch entziehen zu können. Denn: «ein Agrarfreihandelsabkommen hätte gravierende Auswirkungen auf die Einkommen der Bauern», sagte Joder am Montag vor den Medien in Bern. Tausende Familienbetriebe wären existenziell akut bedroht.

Der Entscheid soll in Form eines referendumsfähigen Bundesbeschlusses gefällt werden. Sollte das Parlament also nicht im Sinne Joders entscheiden, ist das Referendum praktisch beschlossene Sache.

Schützenhilfe erhält Joder von der Berner Bauernorganisation Lobag und von der Schweizerischen Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SLAS).

Das Freihandelsabkommen würde zu einer erheblichen Preissenkung bei den Produzenten führen, während die Kosten, insbesondere für Arbeitskräfte, aber auch für Energie und Brennstoffe in der Schweiz nicht zurückgingen, betonte SALS-Präsident Walter Willener.

Lobag-Präsident Walter Balmer wehrte sich gegen den Vorwurf, die Bauern verschlössen sich den sich ändernden Marktgegebenheiten. Die Landwirtschaft habe in den letzten 20 Jahren eine beachtliche Effizienzsteigerung vollbracht, die sich allerdings nicht in den Konsumentenpreisen niedergeschlagen habe.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Gegner des Freihandelsabkommens könnte der neue Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (FDP) sein. «Doch wir sind mit solchen Hoffnungen sehr vorsichtig», dämpfte Joder die Erwartungen. (sda)

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