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Nur nicht hetzenLieber überlegt statt schnell studieren

Auch wenn die Konkurrenz stets grösser wird: Mit Turbotempo durchs Studium zu rasen, ist keine Lösung. Zudem ist es ratsam, während der Ausbildung Berufserfahrung zu sammeln.

von
Elisabeth Rizzi
Glückliche Uni-Absolventen.

Glückliche Uni-Absolventen.

Maturanden studieren immer früher: Zwischen 2005 und 2011 sank das Durchschnittsalter der Bachelor-Starter an Schweizer Unis von 21,5 auf 20,9 Jahre. Zudem wird tendenziell schneller studiert. «Die Konkurrenz von ausländischen Hochschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu. Diese sind im Durchschnitt eher jünger als Schweizer Studenten», begründet Regula Hanselmann vom S&B-Institut für Berufs- und Lebensgestaltung.

Mit einer kürzeren Studiendauer würden zudem häufig Entschlossenheit, Durchhaltewillen und Zielstrebigkeit assoziiert.

Viele Arbeitgeber in der Privatwirtschaft bevorzugten daher jüngere Bewerber. Im Turbotempo durchs Studium zu rasen, ist laut der Recruiting-Expertin trotzdem nicht ratsam. «Man läuft sonst Gefahr, die persönliche Entwicklung und die Auseinandersetzung mit seinen Berufswünschen zu vernachlässigen», sagt sie. Auch auf den Notendurchschnitt könne sich schnelles Studieren negativ auswirken. Und Bewerber mit schlechteren Noten werden im Rekrutierungsprozess oft früh aussortiert.

Tatsächlich legt die Mehrheit der Arbeitgeber auch grossen Wert darauf, dass die Absolventen schon während des Studiums Erfahrung im jeweiligen Berufsgebiet sammeln. «Auf ein, zwei Jahre über der Regelstudienzeit kommt es darum nicht an», so Hanselmann. Wichtig sei jedoch, dass man nachvollziehbar belegen könne, wie man die Zeit genutzt habe. Und: «Ein Berufseinstieg bis dreissig ist sinnvoll.» Viele Firmen ziehen dort die obere Altersgrenze.

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