Aktualisiert 05.04.2007 11:59

Liebesentzug für Knut

Eisbärchen Knut ist noch ein richtiges Baby: Er muss gefüttert werden, er muss gebadet werden – und er muss erzogen werden. Dazu gehört neuerdings ein Entwöhnungstraining. Doch dem kleinen Bären passt das wenig.

Knuts Menschenpapa Thomas Dörflein ist derzeit die wichtigste Bezugsperson für den kleinen Eisbären. Rund um die Uhr wird er von Dörflein betreut. Das sei normal, berichtet die deutsche Zeitung «Die Welt»: «In freier Natur wäre der Kleine verloren, würde er seine Mutter nicht ständig um sich haben», erklärt Dörflein.

Drei Jahre lang leben die jungen Eisbären bei der Mutter. Erst dann gehen sie ihren eigenen Weg: «So wird das auch bei Knut sein. Wir sind bereits dabei, den Kleinen schrittweise daran zu gewöhnen, auch mal allein zu sein.» Eine Stunde jeden Nachmittag finde deswegen seit kurzem ein erstes Entwöhnungstrainig statt. «Knut ist während dieser Zeit allein in einem Käfig», erzählt der Pflegepapa.

Gefallen tut das dem Kleinem allerdings gar nicht: «Wenn ich mal weggehe, fängt Knut herzzerreissend zu schreien an», so der Pfleger weiter. Knut sei noch ein richtiges Baby - seine Kleinkindphase beginne erst in einem Jahr. Inzwischen schläft aber das Baby fünf bis sechs Stunden am Stück: «Knut schläft meist sofort ein, wenn ich ihn gegen 23 Uhr in seine Kiste lege und ist dann erst morgens gegen fünf Uhr wieder wach», freut sich Dörflein über den Fortschritt.

Knut braucht Erziehung

Fortschritte macht der kleine Eisbär auch im Umgang mit Menschen: «Er bekommt langsam mit, dass er bei Menschen nicht so doll zubeissen darf wie bei seinesgleichen.» Dörflein erzieht den Kleinen so wie es seine Mutter machen würde: «Am Kragen packen und durchschütteln. Seine Mutter würde das nicht anders machen und sogar weit unsanfter mit ihm umgehen», weiss er.

Am Kragen packen muss Dörflein Knut auch, wenn er eine Weile im tiefen Wasser war. «Danach ist der kleine Kerl so erschöpft, dass er allein kaum noch rauskommt.» Das Schwimmen muss ihn Dörflein allerdings nicht beibringen, das ist Eisbären in die Wiege gelegt.

In zwei oder drei Jahren soll aber ein passender Spielkamerad für Knut gefunden werden: Das könne durchaus ein Vertreter einer anderen Bärenart sein, er müsse nur ungefähr das Alter und das Gewicht von Knut haben. «Am schönsten wäre es natürlich, wenn wir einen Eisbären finden, mit dem Knut klar kommt», wünscht sich der Pfleger.

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