«Liebeskreuz» muss weg
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«Liebeskreuz» muss weg

Das leuchtende «Liebeskreuz» in Gerlafingen SO muss abgebrochen werden. In der Schweiz gibt es über achtzig solcher Kreuze des Fatima-Weltapostolats, weltweit rund 7000.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Grundstückbesitzer abgewiesen. Ihre Glaubens- und Gewissensfreiheit wird nach Ansicht der Lausanner Richter nicht verletzt.

Das 7,38 Meter hohe, blau-weiss gestrichene und in der Nacht beleuchtete Aluminiumkreuz war Ende 2002 im Garten eines Einfamilienhauses in Gerlafingen ohne Baubewilligung errichtet worden. Ein nachträgliches Baugesuch der Hausbesitzer für das «Symbol des Christentums» wies die Gemeinde im Juni 2003 ab.

Gleichzeitig wurden die Einsprachen von vier Nachbarn teilweise gutgeheissen. Beschwerden der Eigentümer ans Solothurner Bau- und Justizdepartement und ans Verwaltungsgericht blieben erfolglos. Letzteres stellte eine Frist bis zum 1. Juni 2004 für den Abbruch.

Glaubenskundgabe nicht absolut geschützt

Das Bundesgericht hat die staatsrechtliche Beschwerde der Grundstückeigentümer nun abgewiesen. Die Betroffenen hatten im wesentlichen eine Verletzung der Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie der Eigentumsgarantie geltend gemacht.

Laut den Lausanner Richtern steht das Errichten eines religiösen Symbols zwar grundsätzlich unter dem Schutz dieser Grundrechte. Die Kundgabe der religiösen Überzeugung nach aussen falle jedoch nicht in den absolut geschützten Kernbereich der religiösen Betätigung oder der Eigentumsgarantie.

Vor diesem Hintergrund habe das Verwaltungsgericht in verfassungsmässig haltbarer Weise entschieden, dass das Kreuz einen störenden Fremdkörper im Quartier darstelle, nicht zonenkonform und damit nicht bewilligungsfähig sei.

Im Auftrag von Jesus

In der Schweiz gibt es über achtzig der fraglichen Kreuze des Fatima-Weltapostolats, weltweit rund 7000. Sie gehen auf die französische Seherin Madeleine Aumont zurück. 1974 soll ihr Jesus aufgetragen haben, im nordfranzösischen Dozulé ein 738 Meter hohes leuchtendes Kreuz aufzustellen.

Weil dies nicht gemacht worden sei, sei Jesus 1996 einer anderen Seherin erschienen und habe gefordert, überall auf der Welt Nachbildungen des Kreuzes im Massstab 1:100 zu errichten. Die Schweizer Bischofskonferenz distanzierte sich in einer Erklärung vom Mai 2003 von den «Kreuzen von Dozulé». (sda)

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