270'000 Franken: Liebesschwindlerin – Urteil bestätigt

Aktualisiert

270'000 FrankenLiebesschwindlerin – Urteil bestätigt

Eine 65-Jährige gaukelte Männern eine Liebesbeziehung vor und knöpfte ihnen 270'000 Franken ab. Das Urteil der Vorinstanz akzeptierte sie nicht. Das Kantonsgericht bestätigt das Urteil aber.

von
qll/sda
Die Beschuldigte lernte die Männer via Zeitungsannonce kennen. (Bild: Fotolia)

Die Beschuldigte lernte die Männer via Zeitungsannonce kennen. (Bild: Fotolia)

Das Kantonsgericht beschäftigte sich am Donnerstag mit dem Fall einer 65-Jährigen. Der Frau wurde vorgeworfen, zwei älteren Herren (heute 74 und 95) in betrügerischer Absicht eine Liebesbeziehung vorgetäuscht und 270'000 Franken abgenommen zu haben.

Wie das Gericht am Freitag bekanntgab, bleibt es bei der teilbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten, die das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland im Herbst 2014 augesprochen hatte. Damals akzeptierte die Frau das Urteil der Vorinstanz nicht. Sie verlangte einen vollumfänglichen Freispruch.

Jetzt ist aber klar: die 65-jährige Rentnerin soll zwei Monate absitzen – die restlichen 16 Monate wurden bedingt ausgesprochen.

Freispruch gefordert

Die beiden Privatkläger bezeichnete sie als Lügner. Sie könne nur vermuten, weshalb die beiden Männer behaupteten, sie habe ihnen grosse Geldsummen abgeknöpft. Vermutlich hätten sie aus Rache gehandelt, weil sie auf ihr Werben nicht eingegangen sei.

Die Beschuldigte bestritt nicht, dass sie Geld gebraucht hatte, um Schulden zu bezahlen. Dieses habe sie aber von ihrem späteren Ehemann erhalten, den sie 2011 geheiratet habe. Lange Zeit habe sie dies verschwiegen, um ihn zu schützen.

Seine Töchter hätten ihm das Leben schwer gemacht. Sie hätten behauptet, sie sei mit ihm eine Scheinehe eingegangen, um an sein Geld zu kommen.

Ehemann als Zeuge

Das Kantonsgericht lud den 80-jährigen Ehemann als Zeugen vor. Die Befragung war aber aufgrund einer leichten Demenzerkrankung des betagten Mannes schwierig. Er bejahte mehrmals, dass er seiner Frau noch vor der Heirat Geld zur Bezahlung ihrer Schulden gegeben habe. Von Geldübergaben anderer Männer wisse er nichts. Seine Frau habe gesagt, dass das nur Lügen seien, und er glaube ihr.

Der Verteidiger machte geltend, die ganze Angelegenheit sei kein Fall für die Strafjustiz, sondern höchstens für die Zivilkammer. Es gebe keine Beweise dafür, dass die beiden Männer der Frau tatsächlich hohe Bargeldsummen übergeben hätten. Belegt sei nur, dass sie eine Brille und Schuhe als Geschenke erhalten habe.

Höhere Strafe verlangt

Diese Ansicht teilte das Kantonsgericht St. Gallen nicht. Es wies aber nicht nur die Berufung der Beschuldigten ab, sondern auch die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Erhöhung des vollziehbaren Teils der Freiheitsstrafe von zwei auf sechs Monate verlangt.

Deine Meinung