Aktualisiert 15.02.2006 11:34

Liechtenstein: Snuff-Video bei 12-Jährigem entdeckt

In der Liechtensteiner Gemeinde Triesen ist auf dem Handy eines zwölfjährigen Primarschülers ein Videoclip mit verschiedenen Gewaltszenen entdeckt worden.

Entdeckt wurde das Videoclip von einem Lehrer, dem eine Gruppe von Schülern aufgefallen war, die sich die Gewaltszenen anschauten. Ein Schüler hatte das so genannte Snuff-Video Klassenkameraden gezeigt.

Die Liechtensteiner Landespolizei sieht keinen Handlungsbedarf, wie Mediensprecher Markus Kaufmann am Mittwoch zu entsprechenden Berichten in den Liechtensteiner Tageszeitungen sagte.

Gewaltdarstellungen allein seien im Fürstentum nicht strafbar, sondern nur in Verbindung mit sexuellen Handlungen. Zudem sei der Schüler, auf dessen Handy das Video gespeichert war, eine unmündige Person. Es gebe deshalb keinen polizeilichen Ermittlungsgrund, erklärte Kaufmann, der weiter von einem «pädagogischen Problem» sprach, mit dem sich die zuständigen Institutionen zu befassen hätten.

In der Schweiz verboten

In der Schweiz sind Gewaltdarstellungen verboten. Sie werden mit Busse oder Gefängnis bestraft. Bei so genannten Snuff-Videoclips handelt es sich um abgefilmte Verbrechen, wobei offen bleibt, ob die Szenen echt sind.

Ende Dezember hatte die Ausserrhoder Kantonspolizei in Herisau ein Hinrichtungsvideo bei einem 17-Jährigen beschlagnahmt. Im Januar erwischte die Polizei in Winterthur sechs Jugendliche, die Gewaltszenen und abartige Pornografie auf ihre Handys geladen hatten.

Letzten Sommer waren in der Schweiz ausserdem erste Fälle von Happy Slapping aufgetaucht. Dabei werden Personen grundlos auf der Strasse zusammengeschlagen und gefilmt. Diese Form der Gewalt hat sich von Grossbritannien aus verbreitet.

(sda)

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