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BeschattungsaffäreLiess die CS auch Khans Kinder ausspionieren?

In der CS-Beschattungsaffäre wird das Vorgehen der Polizei kritisiert. Zudem wurde bekannt, dass die CS offenbar auch Khans Familie überwachen liess.

von
woz
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Die Verantwortlichen der Credit Suisse ziehen aus der Bespitzelungsaffäre Konsequenzen.

Die Verantwortlichen der Credit Suisse ziehen aus der Bespitzelungsaffäre Konsequenzen.

Keystone/Walter Bieri
«Die Überwachung von Iqbal Khan war falsch und unverhältnismässig», heisst es in einer Mitteilung der Grossbank am Dienstag, 1. Oktober 2019.

«Die Überwachung von Iqbal Khan war falsch und unverhältnismässig», heisst es in einer Mitteilung der Grossbank am Dienstag, 1. Oktober 2019.

zVg
Der operative Chef Pierre-Olivier Bouée und der operative Sicherheitschef Remo Boccali sind per sofort zurückgetreten.

Der operative Chef Pierre-Olivier Bouée und der operative Sicherheitschef Remo Boccali sind per sofort zurückgetreten.

Keystone/Walter Bieri

Im Zusammenhang mit der Beschattungsaffäre der Credit Suisse ist bei der Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht worden. Iqbal Khan soll von der Polizei bevorzugt behandelt worden sein, lautet der Vorwurf.

Wörtlich heisst es laut «SonntagsBlick»: «Vorliegend geht es um nichts weniger als um die mögliche staatliche Vorzugsbehandlung einer selbsternannten Elite sowie den möglichen Missbrauch des Justiz- und Polizeiapparats.» Die Beschwerde wurde vom Anwalt eines Privatdetektivs eingereicht. Sein Hauptkritikpunkt: Die Polizei habe den Fall Khan mit oberster Priorität behandelt und dafür alles andere stehen und liegen gelassen.

Zudem soll Jérôme Endrass, ein forensischer Psychologe und Vizechef im Amt für Justizvollzug, nach dem Auffliegen der Beschattungsaffäre Khan angerufen haben. Er soll einen Termin bei der Kantonspolizei für die Einreichung der Strafanzeige vorgeschlagen haben. «Dass die Kantonspolizei potenziell Geschädigte proaktiv zur Einreichung einer Strafanzeige einlädt, darf dabei durchaus als einmaliger Vorfall bezeichnet werden», heisst es in der Beschwerde.

Familie überwacht

In der «SonntagsZeitung» wurde nun auch bekannt, dass die Credit Suisse offenbar auch Khans Familie überwachten liess. Laut dem Bericht wurde die Ehefrau ausspioniert. Selbst die Kinder seien erwähnt, schliesst das Blatt aus einem 17-seitigen Überwachungsbericht, den die Credit Suisse über einen Mittelsmann von einem Detektivbüro bestellt habe.

Die Bank habe angeblich nur sicherstellen wollen, dass der ehemalige Chef der Vermögensverwaltung, der in der Zwischenzeit zur UBS gewechselt hat, keine Kunden oder Mitarbeiter abwirbt. Credit-Suisse-Präsident Urs Rohner hat die Überwachung bereits als unverhältnismässig bezeichnet und sich dafür entschuldigt. (woz/sda)

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