Archäologischer Fund: Liess Obelix in Kehrsatz einen Hinkelstein zurück?
Aktualisiert

Archäologischer FundLiess Obelix in Kehrsatz einen Hinkelstein zurück?

In Kehrsatz machten Archäologen einen historischen Fund: Sie vermuten, einen Menhir – oder Hinkelstein – aus der Bronzezeit ausgegraben zu haben. Offenbar war der Ort etwas Besonderes.

von
nla

Im Interview mit einem Archäologen (nla)

Seit Juni 2015 untersuchen Mitarbeitende des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern auf dem Breitenacher in Kehrsatz verborgene Spuren einer mittelalterlichen Siedelung. Nach ausgiebiger Untersuchungsarbeit sind die Altertumsforscher nun erstmals fündig geworden: in der Kehrsatzer Erde wurde ein Stein ausgegraben, bei dem es sich um einen prähistorischen Menhir handeln könnte. Einen solchen trug die Comic-Figur Obelix stets auf seinem Rücken herum.

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Dieser drei Tonnen schwere Stein wurde aus einem Graben geborgen..

Dieser drei Tonnen schwere Stein wurde aus einem Graben geborgen..

Keystone
Archäologen vermuten, dass es sich hierbei um einen prähistorischen Menhir handeln könnte..

Archäologen vermuten, dass es sich hierbei um einen prähistorischen Menhir handeln könnte..

Keystone
Die Felsbröcke dienten zu Bronzezeiten als Ortsmarkierungen für angesehene Plätze.

Die Felsbröcke dienten zu Bronzezeiten als Ortsmarkierungen für angesehene Plätze.

wikicommon/besenbinder

Seit Juni 2015 untersuchen Mitarbeitende des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern auf dem Breitenacher in Kehrsatz verborgene Spuren einer mittelalterlichen Siedelung. Nach ausgiebiger Untersuchungsarbeit sind die Altertumsforscher nun erstmals fündig geworden: in der Kehrsatzer Erde wurde ein Stein ausgegraben, bei dem es sich um einen prähistorischen Menhir handeln könnte. Einen solchen trug die Comic-Figur Obelix stets auf seinem Rücken herum.

Wie viel Geschichte steckt wirklich dahinter?

«Ein seltener Fund», schwärmt Yann Mamin, zuständiger Archäologe vor Ort. Der Hinkelstein sei in prähistorischen Schichten gefunden worden und sei zudem fachgerecht vergraben in einer Grube gelegen – Anzeichen dafür, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Felsbrocken handelt. «Wir müssen aber noch einige Untersuchungen vornehmen», so Mamin. Bisher könne er noch nicht mit Sicherheit bestätigen, dass der Fund tatsächlich ein Hinkelstein ist. Die Ausgrabungen dauern aber noch mindestens ein Jahr an. «Ich schliesse nicht aus, dass wir noch einen weiteren Menhir finden», so der Grabungsleiter.

Der Drei-Tonnen-Brocken wurde in der Bronzezeit senkrecht in den Boden gestellt und diente als Ortsmarkiertung für angesehene Plätze. «Zu dieser Zeit hatte man lediglich Schnur und Körperkraft, um den Stein am richtigen Ort zu platzieren. Wenn jemand einen Menhir aufstellte, dann steckte eine grössere Bedeutung dahinter», sagt Mamin.

Weitere verborgene Schätze

Zudem wurden während der Ausgrabungen eine Münze des römischen Kaisers sowie Holzkohlestücke und römische Keramikkomplexe ausgegraben. Es könnte also durchaus sein, dass das Grundstück in der Nähe vom Bahnhof Nord bereits seit Jahrtausenden durchgehend genutzt und – wer weiss – vielleicht sogar von Legenden wie Verwandten von Obelix bewohnt wurde.

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