Zürcher Goldküste: Liess Tochter ihre Mutter für Millionen-Erbe töten?
Aktualisiert

Zürcher GoldküsteLiess Tochter ihre Mutter für Millionen-Erbe töten?

Spektakulärer Mordprozess vor dem Bezirksgericht Meilen: Eine Frau soll ihren Freund angestiftet haben, für 300'000 Franken ihre Mutter zu töten.

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hoh
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Am 23. März startet vor dem Bezirksgericht Meilen ein spektakulärer Mordprozess, der sechs Tage dauern wird.

Am 23. März startet vor dem Bezirksgericht Meilen ein spektakulärer Mordprozess, der sechs Tage dauern wird.

Eine Frau soll ihren Freund dazu angestiftet haben, für 300'000 Franken ihre Mutter in Küsnacht zu töten, damit sie ans Millionenerbe gelangt.

Eine Frau soll ihren Freund dazu angestiftet haben, für 300'000 Franken ihre Mutter in Küsnacht zu töten, damit sie ans Millionenerbe gelangt.

Keystone/Alessandro Della Bella
Es handelt sich beim Gerichtsfall um einen reinen Indizienprozess, die drei Beschuldigten sind nicht geständig. Die Tochter ist der Anstiftung zum Mord angeklagt, die beiden Männer des Mordes.

Es handelt sich beim Gerichtsfall um einen reinen Indizienprozess, die drei Beschuldigten sind nicht geständig. Die Tochter ist der Anstiftung zum Mord angeklagt, die beiden Männer des Mordes.

Laut der Anklageschrift, die das Gericht am Dienstag den Medien verschickte, hatte die beschuldigte Schweizerin im Sommer 2016 ihren heute 36-jährigen Ex-Freund, einen Bauarbeiter, gefragt, ob er bereit wäre, für 300'000 Franken ihre Mutter zu töten. Dies, weil die Tochter mit einem Millionenerbe rechnete. Beim Opfer handelte es sich um eine Ärztin aus der Goldküstengemeinde Küsnacht um die 70 Jahre. Die Tochter instruierte den Freund über die Liegenschaft ihrer Mutter, insbesondere über das Schlafzimmer und wo die Vermögenswerte lagen. Zudem überliess sie ihm den Hausschlüssel.

In der frühen Morgenstunde des 20. August 2016 fuhr der Schweizer in Begleitung eines schweizerischen-kolumbianischen Doppelbürgers zum Haus der Ärztin. Der Begleiter, ein heute 31-jähriger Barkeeper, soll sich bereit erklärt haben, angesichts der versprochenen Summe von 300'000 Franken beim Mord mitzuhelfen.

Mit Kissen oder Klarsichtfolie erstickt

Gemäss Anklageschrift wurde die Ärztin erstickt. Entweder sollen die beiden Männer dem Opfer ein Kissen aufs Gesicht gedrückt oder ihm eine Klarsichtfolie über Mund und Nase gehalten haben, sodass «die Frau bis zum qualvollen eingetretenen Tod durch Ersticken nicht mehr atmen konnte». Danach sollen die Männer die Wohnung durchsucht und Schmuck, Geld und Wertgegenstände gestohlen haben. Die versprochene Summe von 300'000 Franken erhielten die Beschuldigten von der Tochter aber nicht – sie wurde verhaftet und die Konten gesperrt.

Es handelt sich beim Gerichtsfall um einen reinen Indizienprozess, die drei Beschuldigten sind nicht geständig. Laut einem Bundesgerichtsurteil sind die beiden Männer dank Handyüberwachung überführt worden. Die Randdaten ihrer Handys hätten ergeben, dass die beiden in der Tatnacht mehrfach miteinander telefoniert hatten und sich beim Tatort aufhielten.

Die Tochter ist der Anstiftung zum Mord angeklagt, die beiden Männer des Mordes. Die Frau und ihr Ex-Freund befinden sich seit der Verhaftung im September 2016 in Untersuchungshaft, der 31-jährige Begleiter ist nach einem Entscheid des Bundesgerichts seit März 2019 auf freiem Fuss.

Prozess dauert sechs Tage

Das geforderte Strafmass wird der Staatsanwalt an der Gerichtsverhandlung bekannt geben. Der Prozess vor dem Bezirksgericht Meilen, der am 23. März beginnt, findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur akkreditierte Gerichtsberichterstatter sind zugelassen. Der Prozess dauert insgesamt sechs Tage.

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