Liestal: Ursache des Gestanks nicht gefunden
Aktualisiert

Liestal: Ursache des Gestanks nicht gefunden

Nach den massiven Geruchsbelästigungen in Liestal dauerte die Suche nach dem Verursacher noch an. Auslöser müsse ein nach wie vor unbekannter Einleiter im Einzugsgebiet der ARA gewesen sein.

Die Abklärungen konzentrieren sich laut den Behörden auf Einleiter von Industrieabwässern im Raum Bubendorf.

Höchstwahrscheinlich seien einige Kilo einer Schwefelverbindung mit dem Abwasser in die Kanalisation eingeleitet und dort abgebaut worden, teilte die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion mit. In der Kanalisation und in den Belebungsbecken der Kläranlage ARA Frenke 3 in Bubendorf sei dann die lästige Geruchswolke entstanden.

Auslöser müsse ein nach wie vor unbekannter Einleiter im Einzugsgebiet der ARA gewesen sein. Schon nach den ersten Geruchsmeldungen am Montagabend habe aber der mögliche Herkunftsort im Kanalisationssystem grob eingegrenzt werden können. Darauf wurden Betriebskontrollen durchgeführt und Proben sicher gestellt.

Die Abklärungen in den Betrieben wie auch die Laboranalysen der Proben durch das Amt für Umweltschutz und Energie waren am Freitag noch nicht abgeschlossen. Um den oder die Verursacher zweifelsfrei ermitteln zu können, müssten sie mit der nötigen Sorgfalt vorgenommen werden, heisst es in der Mitteilung.

Wann Klarheit über den genauen Hergang des Ereignisses bestehen werde, sei daher noch offen. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden, hält die Bau- und Umweltschutzdirektion fest. Der lästige Geruch sei inzwischen verschwunden. Nur auf der ARA selbst sei er zeitweise noch in geringem Umfang feststellbar.

In der ARA war bis Freitag etwa die Hälfte des Klärschlamms ausgewechselt worden. Der Austausch war am Dienstag begonnen worden, um die Ausbreitung des Gestanks zu stoppen. Der gesamte Schlamm soll bis Montag ausgewechselt sein. Der entfernte Schlamm wird in der ARA Rhein in Pratteln verbrannt, wo dafür besondere Einrichtungen bestehen.

Abgeschaltet bleibt bis zur restlosen Klärung des Vorfalls das Grundwasserpumpwerk Gitterli in Liestal. Die Reinigungsleistung der ARA Frenke 3 war laut den Behörden indes nie beeinträchtigt.

Der Gestank hatte sich im Raum Liestal am Montagabend und Dienstag ausgebreitet. Allein am Montagabend waren bei der Polizei deswegen über 200 Anrufe eingegangen.

(sda)

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