Aktualisiert 11.01.2012 15:12

Phantom-ToreLiga-Direktor geht das Video-Problem an

Die veraltete Video-Technik bei umstrittenen Torentscheiden in den Hockeystadien sorgt für Diskussionen. Liga-Direktor Ueli Schwarz reagiert und hat eine Lösung für nächste Saison.

von
Klaus Zaugg
Liga Direktor Ueli Schwarz setzt sich für eine Lösung in Sachen Video-Technik ein, damit solche Diskussionen wie bei der Partie Biel - Servette (Bild) nicht mehr entstehen.

Liga Direktor Ueli Schwarz setzt sich für eine Lösung in Sachen Video-Technik ein, damit solche Diskussionen wie bei der Partie Biel - Servette (Bild) nicht mehr entstehen.

Weil während der Qualifikation dem Schiedsrichter nur die Steinzeit-Hintertorkameras und keine TV-Bilder zur Verfügung stehen, kommt es immer mehr zu umstrittenen Entscheiden bis hin zur Meisterschaftsverfälschung. Zuletzt die Aberkennung des regulären 3:3-Ausgleiches der SCL Tigers gegen Biel (Biel siegte 3:2) und das Phantom-Tor zum 3:0 beim 4:3-Sieg der Bieler gegen Servette (20 Minuten Online berichtete).

Diese unhaltbaren Zustände haben den Polemik-Druck auf die Liga-Führung erhöht. Zuletzt hat Servette-General Chris McSorley eine schriftliche Stellungnahme verlangt und bekommen. Liga-Direktor Ueli Schwarz sagt, der Mail-Verkehr mit McSorley bleibe intern. «Aber wir haben die Sache geklärt.» Er ergreift nun konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Situation und wird bei der Liga (also bei den Klubmanagern) beantragen, auf nächste Saison die TV-Bilder den Schiedsrichtern auch während der Qualifikation zugänglich zu machen. «Einen konkreten Antrag können wir aber erst ausarbeiten, wenn der neue TV-Vertrag in trockenen Tüchern ist», sagt Schwarz gegenüber 20 Minuten Online. Im Laufe des Sommers wird der auslaufende TV-Vertrag erneuert und dann kann der Liga-Direktor den Antrag noch vor der neuen Saison formulieren. Die Zeit reicht für die Umsetzung vor dem ersten Spiel der Meisterschaft 2012/13.

«War Room» wohl nicht umsetzbar

Der kluge Pragmatiker kennt seine Pappenheimer und weiss, was wünschenswert wäre und was machbar ist. Ein «War Room» nach NHL-Vorbild (zentrale Sichtung der Bilder, Entscheid, ob ein Tor gilt, nicht mehr beim Schiedsrichter) wäre zwar praktisch – aber gemäss Schwarz wohl nicht mach- und finanzierbar. «Alleine das entsprechende Fachpersonal wäre für diese Variante bei uns fast nicht zu finden.» Er arbeitet deshalb an einer anderen Lösung: Ab nächster Saison die fixe Installierung in allen Stadien, um den Schiedsrichtern die TV-Bilder bei allen Spielen zugänglich zu machen. Es werden ja alle Spiele fürs Fernsehen aufbereitet. «Ich denke, dass diese Lösung am einfachsten zu realisieren ist.» Er wird den Klubvertretern an der Liga-Versammlung einen entsprechenden Vorschlag zur Annahme empfehlen. Es ist dann an diesen Klubvertretern, die entsprechenden Kosten im sechsstelligen Bereich zu bewilligen.

Der Liga-Direktor betont aber auch, dass selbst alle verfügbaren TV-Bilder keine Garantie dafür sind, dass es keine Phantom-Tore mehr gibt. «Es gibt keine technisch perfekte Lösung und keine Garantie. Ein Restrisiko bleibt. Aber wir wollen alles Menschenmögliche machen, um dieses Risiko zu verringern.»

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