«Winti Fraue figgä und verhaue»: Liga fordert «rigorose Sanktionen» wegen Plakat
Aktualisiert

«Winti Fraue figgä und verhaue»Liga fordert «rigorose Sanktionen» wegen Plakat

FC-Schaffhausen-Fans schocken beim Spiel gegen den FC Winterthur mit einem Skandalplakat. Auf dem Banner steht «Fraue figgä und verhaue».

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som/mon
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Dieses Plakat sorgte am Fussballspiel vom Sonntag, den 26. Mai, für Aufregung.

Dieses Plakat sorgte am Fussballspiel vom Sonntag, den 26. Mai, für Aufregung.

Leser-Reporter
Schaffhauser Fans hatten das Transparent im Stadion Schützenwiesen in Winterthur hochgehalten und damit für einen Skandal gesorgt.

Schaffhauser Fans hatten das Transparent im Stadion Schützenwiesen in Winterthur hochgehalten und damit für einen Skandal gesorgt.

Keystone/Eddy Risch/Archiv
Schockiert ist die Schweizer Nationalspielerin Meriame Terchoun.

Schockiert ist die Schweizer Nationalspielerin Meriame Terchoun.

Keystone/Salvatore di Nolfi

Ein Banner mit den Worten «Winti Fraue figgä und verhaue» im Derby zwischen dem FC Schaffhausen und dem FC Winterthur am Sonntag sorgt für Aufregung. Schaffhauser Fans hielten in der ersten Halbzeit das Transparent im Stadion Schützenwiese in Winterthur hoch. Es war die Schaffhauser Antwort auf das Plakat der Winterthurer im Hinspiel mit der Aufschrift «D Winti Fraue händ meh Fans als ihr!».

Das Plakat vom Sonntag sorgt nun aber für einen Skandal. «Das ist purer, gewalttätiger Sexismus. Ihr solltet euch schämen», schreibt FCW-Spielerin Toja Rauch auf Facebook. Sarah Akanji, SP-Kantonsrätin und ebenfalls Spielerin des FCW, schreibt dazu: «Sexismus hat weder im Stadion noch sonst irgendwo auf der Welt Platz!»

Polizei ermittelt – Liga hat Verfahren eröffnet

Auch der FC Winterthur selbst findet klare Worte zur Aktion: «Das war so etwas von unterirdisch, dass es auf keiner Negativskala mehr Platz hat.» Als Fussballclub, der sich für Solidarität und gegen jegliche Diskriminierung einsetze, könne und wolle man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, und prüfe deswegen unter anderem rechtliche Schritte. Wie die Stadtpolizei Winterthur mitteilte, läuft wegen des «hetzerischen Transparents» bereits ein Ermittlungsverfahren.

Auch die Swiss Football League (SFL) hat laut Mitteilung ein Verfahren gegen den FC Schaffhausen eröffnet. «Sexismus, Rassismus und jede Form von Diskriminierung haben im Schweizer Fussball nichts zu suchen. Wir haben den Fall umgehend an die Disziplinarbehörden weitergeleitet und fordern, dass diese Aktion rigoros sanktioniert wird», erklärt SFL-CEO Claudius Schäfer.

FC Schaffhausen verurteilt die Aktion seiner Fans

Die Schaffhauser Fans haben sich in der Zwischenzeit auf Facebook gemeldet. So schreibt die Bierkurve Schaffhausen: «Dass unser Spruchband auf extreme Art und Weise provoziert, war jedem klar, der daran beteiligt war.»

Wie es in einer Mitteilung des FC Schaffhausen heisst, verurteilt der Fussballclub die Aktion einiger Anhänger des Vereins aufs Schärfste: «Der Verein distanziert sich in aller Form von Diskriminierung, Gewalt und Sexismus. Solche Transparente dürfen nicht toleriert werden.»

Zurzeit finden Gespräche mit den involvierten Personen und Fanverantwortlichen statt. Man werde zu einem späteren Zeitpunkt über die weiteren Schritte informieren.

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