Erfolg für die Schweizer Spieler: National League legt Ausländer-Erhöhung vorerst auf Eis
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Erfolg für die Schweizer SpielerNational League legt Ausländer-Erhöhung vorerst auf Eis

Die National League teilt mit, dass vorerst nicht über das umstrittene Ausländer-Kontingent entschieden wird. Man wolle sich zuerst austauschen.

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Dieses Transparent hissten die Spieler am 20. Februar.

Dieses Transparent hissten die Spieler am 20. Februar.

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Alle Spiele der National League wurden nach dem ersten Bully zwei Minuten unterbrochen.

Alle Spiele der National League wurden nach dem ersten Bully zwei Minuten unterbrochen.

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Der Zoff über die Ausländer-Erhöhung in der höchsten Schweizer Eishockeyliga geht vorerst nicht in eine weitere Runde. «Es ist den Verantwortlichen nicht gelungen, die Argumente nachvollziehbar darzulegen, die Kommunikation zu bündeln und Meinungsverschiedenheiten intern auszutragen», schreibt die National League am Donnerstagabend. Es gebe daher sicher bis Sommer keine weiteren Entscheide. «Alle Beteiligten sind sich einig, dass es zeitnah Massnahmen bedarf, um offene Fragen zu klären und die Weichen für die Zukunft zu stellen.»

Zudem soll auch die Spielergewerkschaft SIHPU besser eingebunden werden. SIHPU-Präsident und Ex-NHL-Goalie Jonas Hiller sagte kürzlich zu 20 Minuten: «Wir geben die Hand, haben versucht, auf sie zuzugehen, aber es kommt nichts zurück, man wird immer nur vertröstet.» Zudem kam es zu Spielprotesten, bei denen sich alle Teams von fünf National-League-Partien nach dem 1. Bully auf die Bank zurückzogen und Transparente ausrollten. Auch die NHL-Superstars wie Roman Josi oder Nico Hischier sprachen sich gegen die Reform aus: «Die neue Regelung ist nicht gut für den Nachwuchs, sie ist ein Nachteil», so Hischier im Interview mit 20 Minuten.

Gross-Umfrage für Spieler, Fans und Sponsoren

Nun reagiert die Liga und macht einen Schritt auf die Spieler zu: «Der Verwaltungsrat der National League ist sich der tragenden Rolle der Spieler bewusst und anerkennt die SIHPU als wichtigen Partner für die künftige gemeinsame Weiterentwicklung der National League. Aus diesem Grunde wurde gemeinsam mit der SIHPU entschieden, eine Arbeitsgruppe zu bilden, welche unter anderem zum Ziel hat, gemeinsam Lösungen für die nicht zuletzt durch den Gesetzgeber im Zusammenhang mit den Finanzhilfen geforderten Lohnreduktionen zu finden.»

Es soll nun also keinen Schnellschuss geben, sondern ausdiskutiert werden, wie es mit den Ausländer-Lizenzen weitergehen soll. Die Liga schreibt: «Die National-League-Clubs wollen sich ohne Zeitdruck mit den zentralen Fragen der Ligareform auseinandersetzen.» Die Zeit will man auch nutzen, um weitere Stimmen und Rückmeldungen einzuholen. Unter dem Titel «Dini Liga» haben neben Spielern auch Fans, Sponsoren und Medienvertreter die Möglichkeit an einer grossen Umfrage teilzunehmen und ihre Meinung zu Themen abzugeben. «Im Wissen darum, dass die Meinungen und Wünsche der verschiedenen Anspruchsgruppen teilweise stark auseinander gehen, soll die Basis gelegt werden, um die National League der Zukunft gemeinsam zu gestalten», heisst es bei der Liga weiter.

Hiller: «Hoffe, dass es nicht nur eine PR-Nummer ist»

SIHPU-Präsident Hiller ist sehr positiv gestimmt über den Rückzieher der Liga. Aber: «Es ist ein Schritt von ihrer Seite in die richtige Richtung, dass sie uns integrieren wollen. Dieses Entgegenkommen schätzen wir natürlich. Aber eine Arbeitsgruppe bilden, ist das eine. Dass daraus Lösungen entstehen, das muss sich erst noch weisen.» Es werde sich zeigen, wie offen sie sind und unsere Meinungen akzeptieren. Nach einer Arbeitsgruppe habe man schon lange gefragt, es kam aber nichts zurück. « Man fragt sich schon, weshalb sich das nun geändert hat. Aber wir gehen mit positiver Energie hinein und hoffen, dass wir weiterkommen», so der ehemalige NHL-Crack. Die Liga habe bestimmt gemerkt, dass es schwierig werde und man auch in Zukunft auf die Spieler angewiesen sei: «Ihnen ist wohl auch eingefahren, dass die Spieler nicht einverstanden sind und dass von den Fans eine ähnliche Message kam.» Der frühere Star-Goalie hofft nun, dass es eine gemeinsame Lösung geben wird – «und dass es nicht nur eine PR-Nummer ist.»

(hua/wed)

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