Aktualisiert 09.08.2015 21:43

Kampf gegen Hooligans

Liga will selber Stadion-Verbote erlassen

Die Swiss Football League plant, mit einer eigenen Instanz über Stadionverbote zu entscheiden. Bei der Zürcher Stadtpolizei weiss man von diesem Vorhaben nichts.

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hae/dia
Die SFL will die Sicherheit in den Stadien verbessern: Ausschreitungen im Brügglifeld beim Spiel Aarau gegen Basel. (15. Mai 2014)

Die SFL will die Sicherheit in den Stadien verbessern: Ausschreitungen im Brügglifeld beim Spiel Aarau gegen Basel. (15. Mai 2014)

Die Swiss Football League (SFL) plant den Aufbau einer eigenen Instanz, um Sanktionen gegen Hooligans zu verhängen. Eine Arbeitsgruppe hat den Klubs Vorschläge zur Vernehmlassung unterbreitet, mit denen die Sicherheit in den Stadien verbessert werden soll.

Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, soll unter anderem eine zentrale Stelle geschaffen werden, die im Antrag von Klubs und Polizei Stadionverbote ausspricht. Angsiedelt werden soll die Instanz entweder bei der Liga oder beim Schweizerischen Fussballverband. Auch eine unabhängige Rechtsmittelinstanz, die Einsprachen gegen die Verbote behandeln soll, steht zur Diskussion.

Kostenverteilung unklar

SFL-Sprecher Philippe Guggisberg bestätigt die Absicht, den Umgang mit Sanktionen neu zu regeln: «Die Liga ist daran, beim Erlass von Stadionverboten Verbesserungen zu prüfen.» Zu Details will sich Guggisberg nicht äussern, weil die Ausgestaltung noch nicht spruchreif sei.

Laut dem Artikel hätten die neuen Strukturen bereits auf Anfang Juli eingeführt werden sollen. Doch die Verteilung der Kosten zwischen dem Verband und der Liga seien noch nicht geregelt.

Keine Orientierung der Polizei

Von den Plänen der Fussball-Liga weiss man bei der Stadtpolizei Zürich nichts, wie Sprecherin Judith Hödl der «NZZ am Sonntag» sagt. Man richte sich nach den Vorgaben des Hooligan-Konkordats. Die Polizeiunterlagen würden den veranstaltenden Klubs zur Verfügung gestellt.

Kritik an der zentralen Stelle kommt von der Anwältin Manuela Schiller, die in der Vergangenheit mehrere angeklagte Fussballanhänger vertrat. Für sie stehe mit dieser Massnahme statt der präventiven Wirkung die Bestrafung der Fans im Vordergrund. Die Instanz sei zu weit weg, dadurch bestehe die Gefahr, dass «nur noch stur nach einem Katalog geurteilt wird», sagt Schiller.

Deeskalation bei Gästefans

Guggisberg betont, dass mehrere Massnahmen getroffen würden. So sollen die technischen Auflagen für die Klubs erhöht werden. Mit verbesserter Videoüberwachung wolle man die Täter besser identifizieren. Auch auf Deeskalation will die SFL setzen. Gästefans sollen freundlich ins Stadion geleitet und nur stichprobenweise kontrolliert werden.

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