Ligareform ist «gestorben»
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Ligareform ist «gestorben»

Die Ligareform, welche unter anderem eine Öffnung der NLA vorsah, ist vorerst «gestorben». Die Stimmung vom Februar 2005 hat sich gedreht.

Die Eishockey-Nationalliga zementierte an der Versammlung in Lausanne ihren Ruf, ein äusserst wankelmütiges Gremium zu sein. Vor weniger als einem Jahr hatten die Klubvertreter eine zügige Reform der Nationalligen befürwortet. Im Februar 2005 ergab eine Abstimmung für offene Ligen anlässlich eines Workshops in Bern 57:3 Stimmen zu Gunsten einer Öffnung. Am 27. April, als es erstmals um die Umsetzung ging, geriet die Reform ins Stocken. Aber auch damals war die Stimmung noch klar pro Reform; ein Leitbild, das einen Systemwechsel vorsah, wurde mit 50:10 Stimmen angenommen. Die NLA sollte geöffnet werden, der Aufstieg erleichtert und der Abstieg erschwert werden.

Gestern präsentierte sich ein völlig anderes Bild. Für die Reform liess sich kein einfaches Mehr mehr finden. Der Aufsichtsrat der Nationalliga zog, als er Gegenwind spürte, (schmollend) alle Reformanträge zurück. Ein Antrag Lausannes, der genau das enthielt, was vor einem Jahr noch gewünscht worden war, wurde von allen NLA- Klubs ausser Lugano und Zug mit 26:32 Stimmen abgeschmettert. Und obwohl der Mehrheit der Klubvertreter eigentlich klar ist, dass die Auf-/Abstiegssituation mit Ligaqualifikation unbefriedigend ist, weil zum Beispiel für NLB-Klubs die Saison schon Anfang Februar endet, fand ein Antrag von Simon Schenk beinahe Zustimmung; der ZSC- Manager schlug vor, während der nächsten drei Jahre überhaupt nicht mehr am Modus zu rütteln.

Neue Führung gewählt

Die geplante Modusänderung in der Nationalliga B scheiterte an diversen Umständen, primär aber an der Uneinigkeit der NLB-Klubs. Die Diskussionen verzettelten sich derart, dass Präsident Franz A. Zölch das Traktandum entnervt abbrach.

Effizienter agierte die Ligaversammlung nur am Vormittag, als die neue Ligaführung gewählt wurde. Der Berner Marc Furrer (54) wurde als Präsident des Aufsichtsrats gewählt. Während der Saison 2006/07 wird Furrer mit dem heutigen Obmann Marc Lüthi (SC Bern) ein Co-Präsidium bilden. Der Aufsichtsrats-Präsident ersetzt unter den neuen Strukturen den im Sommer abtretenden Nationalliga- Präsidenten Franz A. Zölch. Marc Furrer - von 1992 bis 2004 Bakom- Direktor und von 1996 bis 2004 Ruderverbands-Präsident - wurde einstimmig gewählt. Im November hatte er die Wahl um das Swiss- Olympic-Präsidium gegen Jörg Schild verloren.

Etwas weniger glanzvoll erfolgte die Wahl von Denis L. Vaucher als Geschäftsführer der Nationalliga GmbH und damit Nachfolger von Kurt Locher per 1. Mai 2007. Auf den Berner entfielen 14 Stimmen bei drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen. Dieses nicht brillante Wahlergebnis ist darauf zurückzuführen, dass Vaucher mit dem SC Bern liiert ist. Er ist Stiftungsrat der Valora Sportstiftung, der Hauptaktionärin des SCB, und möchte dieses Mandat im Prinzip behalten.

Kein neues All-Star-Game

Ausserdem wurde an der Ligaversammlung bekannt, dass auch nächste Saison kein All-Star-Game stattfinden wird. Die Swiss- Hockey-Awards werden am 20. Oktober 2006 vergeben. Die All-Star- Night dieser Saison in Luzern (erstmals ohne All-Star-Game) schloss mit einem Ertrag von 2000 Franken ab.

(si)

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