Knast-Soap: LiLo kauft sich frei

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Knast-SoapLiLo kauft sich frei

Überraschende Wendung: Eine US-Richterin hat nun doch die Freilassung von Hollywoodschauspielerin Lindsay Lohan gegen 300 000 Dollar Kaution bewilligt.

Gegen Hinterlegung einer Kaution von 300 000 Dollar ist die Hollywoodschauspielerin Lindsay Lohan mit knapper Mühe einem mehrwöchigen Gefängnisaufenthalt entgangen. Lohan wurde nach Angaben eines Polizeisprechers im Bezirk Los Angeles am späten Freitagabend auf freien Fuss gesetzt. Eine Richterin hatte dafür kurz zuvor grünes Licht gegeben. Eigentlich sollte die Schauspielerin wegen Verstosses gegen ihre Bewährungsauflagen wieder in Haft genommen werden, ihr Anwalt hatte dagegen Widerspruch eingelegt.

Richter Elden Fox hatte Lohan am Freitag für knapp einen Monat ins Gefängnis geschickt und den Antrag auf Bewilligung einer Freilassung gegen Kaution zurückgewiesen, nachdem ein positiver Drogentest ergeben hatte, dass sie gegen ihre Bewährungsauflagen verstiess. Wenige Stunden nach dieser Entscheidung setzte Richterin Patricia Schnegg vom Obersten Gerichtshof in Los Angeles dann aber nach dem Einspruch von Lohans Anwalt die Kautionssumme fest.

30 Tage Haft für jeden nicht bestandenen Drogentest

Zugleich knüpfte die Richterin mehrere Bedingungen an eine Freilassung. So muss Lohan eine elektronische Fussfessel tragen, die rund um die Uhr überwacht, ob sie Alkohol trinkt. Ausserdem muss sich die Schauspielerin von Drogen und Orten fernhalten, an denen vor allem Alkohol verkauft wird. Am 22. Oktober muss sie erneut vor Gericht erscheinen. Richter Fox hatte angekündigt, Lohan für jeden ausgelassenen oder nicht bestandenen Drogentest für 30 Tage hinter Gitter zu schicken.

Nach dem Bekanntwerden ihres positiven Drogentests meldete sich die 24-Jährige über den Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort. «Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit, die nicht über Nacht verschwindet», twitterte Lohan am 17. September. «Das ist sicherlich ein Rückschlag für mich, aber ich übernehme die Verantwortung für meine Taten und bin bereit, die Konsequenzen zu tragen.»

Absturz vom Märchenschloss in den Kerker

Es ist der dritte Gefängnisaufenthalt für Lohan seit ihrer Verurteilung wegen Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss aus dem Jahr 2007. Der einstige Disney-Star wurde unmittelbar nach der knapp zehnminütigen Anhörung in Beverly Hills in Handschellen abgeführt und weggefahren. Kurz darauf kam sie am Frauengefängnis im kalifornischen Lynwood an, wo sie durch Tücher vor den Kameras geschützt wurde.

Lohans Schauspielerkarriere wird bereits von ihren juristischen Problemen überschattet. Zwar ist sie für die Rolle der Linda Lovelace in der autobiografischen Verfilmung des Lebens des Pornostars vorgesehen, doch nach Lohans Inhaftierung im Juli wurden die Drehtermine schon einmal verschoben. Der Regisseur des Films mit dem Titel «Inferno», Matthew Wilder, schrieb vor Lohans Entlassung in einer E-Mail, dass er ihr alles Gute wünsche. Darüber, ob der Drehbeginn seines Films weiter verschoben oder die für Lohan vorgesehene Rolle neu besetzt wird, äusserte er sich nicht.

(dapd)

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