Naegleria fowleri: Lily Mae (10) starb – weil sie im Fluss schwamm
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Naegleria fowleriLily Mae (10) starb – weil sie im Fluss schwamm

Kopfschmerzen, Fieber, Gleichgewichtsstörungen: Eine Woche kämpfte die kleine Lily Mae Avant ums Überleben. Nun ist sie tot.

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Im US-Bundesstaat Texas hat die zehnjährige Lily Mae Avant den Kampf um ihr Leben verloren.

Im US-Bundesstaat Texas hat die zehnjährige Lily Mae Avant den Kampf um ihr Leben verloren.

Facebook/Tony Avant/Lilystrong
Schuld an ihrem Tod: Naegleria fowleri, einer der tödlichsten Parasiten der Welt. (Im Bild: Naegleria fowleri)

Schuld an ihrem Tod: Naegleria fowleri, einer der tödlichsten Parasiten der Welt. (Im Bild: Naegleria fowleri)

Wikimedia Commons/PD
Eingefangen hatte ihn sich das Mädchen beim Baden im Brazos River.

Eingefangen hatte ihn sich das Mädchen beim Baden im Brazos River.

Wikipedia Commons/HuecoBear/CC BY-SA 3.0

Sie hatte sich nur abkühlen wollen. Doch der Sprung in den Brazos River im US-Bundesstaat Texas brachte der 10-jährigen Lily Mae Avant nicht nur Erfrischung, sondern auch eine Woche schlimmer Schmerzen und schlussendlich den Tod.

Im Spital erkannten die Ärzte schliesslich, was für Avants schlechten Zustand verantwortlich war. Für ihre Augen unsichtbar, aber offensichtlich die ganze Zeit an ihrer Seite muss auch Naegeria fowleri gewesen sein – einer der tödlichsten Parasiten der Welt.

Gelangt dieser mit Wasser zur Nasenschleimhaut, wandert er entlang des Riechnervs ins Hirn und zersetzt innerhalb von wenigen Tagen das Hirngewebe. So auch bei der 10-Jährigen, bei der die Amöbe eine eitrige Entzündung von Hirnhaut und Hirngewebe auslöste; eine sogenannte Primäre-Amöben-Meningoenzephalitis (PAM).

Hohes Sterberisiko

«Die Ärzte sagten uns, dass sie nichts mehr für sie tun können, weil es sich um eine so tödliche und schnell fortschreitende Krankheit handelt», sagt Lilys Tante Crystal Warren gegenüber dem US-Fernsehsender KWTX. «Wir verstehen nicht, warum ihr das passiert ist. Es waren ja auch andere Menschen im Wasser, die nicht betroffen waren.»

Eine Infektion mit der Amöbe ist sehr selten, die Sterblichkeit liegt jedoch bei über 97 Prozent und ist damit sehr hoch: Seit 1962 sind in den USA 145 Infektionsfälle mit dem aggressiven Parasiten dokumentiert. Von diesen hätten nur vier Patienten überlebt, berichtete die «New York Times» im Juli 2019.

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